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Warum Airbnb gefährlich ist

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Written by BSF

Als Brian Chesky und Joe Gebbia einst von New York nach San Francisco gezogen sind, entwickelten sie aus der Not eine Tugend. Die beiden waren ohne Arbeit und hatten große Probleme mit ihrer Unterkunft. Als sie realisierten, das es auch anderen so gehen könnte, begannen sie damit, Luftmatratzen zu kaufen und Gäste auf ihren Luftmatratzen schlafen zu lassen. Damit hatten sie die Idee hinter Airbnb zur Wirklichkeit gemacht. Das dieses Unternehmen heute eine Marktbewertung von 31 Milliarden Dollar hat hätte wohl so schnell niemand erwartet.

Aktuell gibt es Airbnb´s Intentionen eine Fluggesellschaft zu gründen, was den Markt weiter aufmischen könnte, doch bringt das Prinzip von Airbnb auch große Probleme mit sich, was sich nicht nur auf den Reisemarkt stark ausgewirkt hat. Aktuell hat das Unternehmen  mehr als 2 Million Unterkünfte in 190 Ländern und 34.000 Städten registriert, was beeindruckende Zahlen sind. Allerdings führen diese Unterkünfte gerade in deutschen Großstädten zu immer mehr Wohnungsmangel, denn Vermieter nutzen vermehrt günstige Wohnungen, um sie über den Airbnb Service deutlich teurer zu vermieten.

Alleine in Freiburg, wo eine große Wohnungsnot herrscht und Familien auf Wartelisten mehrere Jahre auf eine neue Wohnung warten müssen, gibt es (Stand 9.2018) über 300 Airbnb-Unterkünfte. 35.000 Nutzer sollen laut Airbnb schon Unterkünfte in Freiburg bewertet und damit wohl auch genutzt haben.

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Screenshot der Airbnb-Seite zeigt alleine in Freiburg über 300 Unterkünfte.

 

Nun ist es gesetzlich natürlich so, dass man als Vermieter selbst entscheiden kann, wem man seine Wohnung gibt und wie man diese nutzt, es gibt keinerlei Verpflichtung, die Wohnung auf Dauer zu vermieten, auch eine Kurzvermietung für wenige Tage ist ohne Probleme möglich. Das führt gerade in deutschen Großstädten zu immer mehr Wohnungsmangel. Der aktuelle Wohnungsmarkt sieht ja sowieso nicht besonders rosig aus, zusätzlichen Wohnraumverlust durch Airbnb können die meisten Städte  eigentlich nicht gebrauchen.

Derweil muss man dazu sagen, das der Billigtourismus, der durch Airbnb natürlich ausgelöst wird, zu weiteren großen Problemen führt. So finden sich zum Beispiel in Barcelona bereits Zimmer oder ganze Wohnungen ab 20 Euro pro Nacht, wo Touristen ungeachtet der Anzahl der Personen immer das gleiche bezahlen. Bei einer Recherche haben wir zum Beispiel ein Zweibettzimmer für 2 Personen für 20 Euro pro Nacht gefunden, mitten in Barcelonas Innenstadt. Es gibt aber auch noblere und bessere Zimmer bis hin zu 250 Euro je Nacht.

Das sich die Spanier, nicht als Letzte, Sorgen machen, weil sie keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden können, ist wohl nur logisch. Vermieter kassieren lieber 40-50 Euro je Nacht von Touristen und ergattern so einen Durchschnittsverdienst von im Idealfall von 1000-1200 Euro für eine kleine Wohnung die sonst vielleicht 400 bringen würde. Die zunehmende Zahl der Touristen durch diese Billigangebote (Hotels kosten locker das Dreifache in Barcelona) wird aber auch immer mehr zum Problem. Gerade in Party-Hochburgen wie Palma de Mallorca, denn hier kommen Touristen jetzt noch billiger an den beliebten Ballermann 6 und sorgen für noch mehr Probleme, denn gerade hier wo Sauftourismus und Umweltschutz vollends egal scheinen, werden die Einheimischen immer mehr zum Störfaktor für die Touristen und umgekehrt. Immer wieder gibt es Probleme zwischen Touristen und Einheimischen und von der Vermüllung der Strände und Umgebung brauchen wir gar nicht zu sprechen.

Bei dem einen oder anderen Vermieter ist in der Vergangenheit aufgefallen, dass er die Einnahmen aus der Vermietung nicht einer Versteuerung zugeführt hat oder aber Wohnungen an Touristen vermietet wurden, bei denen die Stadt diese Zweckentfremdung gar nicht genehmigt hatte.

Das nächste große Problem: Airbnb will jetzt vielleicht auch in den Flugreisemarkt einsteigen. Unrealistisch? Nein denn viele Fluggesellschaften sind weit weniger Wert als Airbnb, somit wäre eine Kreditierung und ein Einstieg ins Billigflugbusiness durchaus denkbar. Was das allerdings für Touristen Hot Spots bedeuten würde, brauchen wir uns gar nicht auszumalen, denn Airbnb will vor allem eines: billiger, schneller und zuverlässiger als andere sein

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