Freiburg-Umland

Ermordete Ayleen aus Gottenheim – der schnelle Erfolg der Polizei und offene Fragen

JVA Freiburg Eingang Gefängnis
Written by BSF

Am 21.7.2022 vermissten die Eltern der erst 14 Jahre alten Ayleen A. ihre Tochter am Abend, die nur ein Sweatshirt zu einem Bekannten bringen wollte, aber dort weder das Sweatshirt abgab, noch zu den Eltern zurückkehrte. Noch keine 14 Tage später präsentiert die Polizei einen Tatverdächtigen und hat auch die Leiche aus einem 300 km entfernten See (Teufelsee in der Wetterau) geborgen. Der Tatverdächtige sitzt mittlerweile in der Justizvollzugsanstalt Freiburg in Untersuchungshaft. Auch wenn er zunächst die Tat leugnete und anschließend die Aussage verweigerte, sprechen offensichtlich viele Indizien für seine Täterschaft.

Wer ist der (vermeintliche) Mörder von Ayleen?

Der Festgenommene ist ein 29 Jahre alter Deutscher, der bereits wegen eines Sexualdelikts vorbelastet ist. Er hat 2007 bereits als damals 14-Jähriger ein 11 Jahre altes Mädchen missbraucht und wurde deswegen von 2007 bis 2017 zur Behandlung in einer Psychiatrie weggesperrt. Anschließend stand er 5 Jahre unter sogenannter Führungsaufsicht, die allerdings im Januar 2022 endete. Anschließend hielt man ihn offensichtlich für ungefährlich, was sich nunmehr als Trugschluss herausstellte.

Wann wurde Ayleen umgebracht?

Nach dem Stand vom 1.8.2022 muss man davon ausgehen, dass die Tötung bereits in der Nacht vom 21.7. auf den 22.7.2022 erfolgte, also bereits kurz nach dem Verschwinden des Kindes. Das Fahrzeug des Täters fuhr in dieser Nacht aus dem Raum Gottenheim bis in die Wetterau und der Täter hielt sich in der Nacht länger am Teufelsee-Gebiet auf, wo Ayleen Tage später tot aus dem Wasser geborgen wurde.

Wo und warum wurde der Täter verhaftet?

Zunächst hat die Polizei die Wohnung des Täters (in seiner Abwesenheit) durchsucht und hat dabei Gegenstände aus dem persönlichen Besitz des Opfers aufgefunden. Daraufhin hat man ihn über sein Handy geortet, observiert und schließlich in Frankfurt festgenommen. Die durchsuchte Wohnung befand sich in der Region Wetzlar. Der Festgenommene hatte vor der Tat mit dem Opfer gechattet und dies wohl bereits seit Längerem.

Wie ist Ayleen ums Leben gekommen?

Das ist aktuell noch Gegenstand der Ermittlungen und muss durch weitere Untersuchungen herausgefunden werden. Da der Leichnam mehrere Tage im Wasser gelegen hat, dürften einige Spuren nicht mehr vorhanden sein, aber Gerichtsmedizinern gelingt es in der Regel durch erweiterte Untersuchungen, mehr Licht ins Dunkel zu bringen und z.B. auch herauszufinden, ob sie z.B. erstickt wurde, ertrunken wurde oder sich Betäubungsmittel oder andere Substanzen im Körper befanden.

Wo liegt der Teufelsee – der Fundort der Leiche?

Der Teufelsee liegt in der Wetterau, das ist nördlich von Frankfurt. Der Teufelsee ist einer von zwei Seen in einem Naturschutzgebiet. Der See ist schwer zugänglich und wird nicht zum Baden, Sonnen oder für Freizeitsport genutzt. Das Ufer ist verschilft, das Gebiet gilt als Rückzugsort für viele Vögel, daher gibt es Beobachtungsposten für Ornithologen. Mit dem Auto kann man nicht direkt bis zum See fahren. Das Gebiet ist ca. 300 km von Freiburg und Gottenheim entfernt.

Was wirft man dem Tatverdächtigem aus Hessen vor?

Der Tatverdächtigen wirft die Staatsanwaltschaft vor:

  • Entziehung Minderjähriger
  • sexuelle Nötigung
  • Mord in Verdeckungsabsicht

Wo hat der Täter das Opfer kennengelernt?

Der Täter habe über Wochen mit dem Opfer gechattet. Das Opfer war u.a. sehr aktiv unterwegs in den gängigen sozialen Medien wie auch in Fortnite.

Der Campingplatz nach dem Mord?

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass sich der Tatverdächtige nach dem Mord bis zum 27.7. auf einem Campingplatz aufgehalten habe.

Das Handy des Opfers half der Polizei

Obwohl das Handy zunächst in Gottenheim am 21.7. ausgeschaltet wurde, konnten immer wieder Einloggversuche festgestellt werden, auch aus der Region um den späteren Fundort. Dies half der Polizei.

Was erwartet den Tatverdächtigen in der JVA?

In der JVA gelten Kinderschänder und Kindermörder in der Hierarchie unter den Gefangenen als „ganz unten“. Täter aus früheren Verfahren berichteten regelmäßig davon, dass sie z.B. in der Zelle oder der Dusche blutig zusammengeschlagen wurden.

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