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Neue Tesla-Fabrik wird nicht in USA, sondern in China gebaut und soll 500.000 Autos pro Jahr produzieren

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Written by BSF

Da dürfte sich US Präsident Trump mächtig geärgert haben: Tesla-Boss Elon Musk war bei der Grundsteinlegung für eine riesengroße Tesla-Fabrik. Er war aber nicht in den USA, sondern in China, wo die größte Fabrik außerhalb der USA gebaut werden soll. Dort sollen nicht nur Elektroautos der Marke Tesla, sondern auch Batterien gebaut werden.

Elon Musk für Tesla in Shanghai

Elon Musk war persönlich bei der Grundsteinlegung in China am Rande der Millionenmetropole Shanghai anwesend. China ist weltweit der größte Markt für Elektroautos, da es dort eine ordentliche staatliche Förderung für E-Autos gibt. In der Tesla-Fabrik sollen jährlich 500.000 Autos produziert werden,- die ersten sollen bereits Ende diesen Jahres vom Bank laufen. Ab 2020 beginnt dann die Serienproduktion in großen Stückzahlen. Das Werk, welches im Industriegebiet Lingang gebaut wird, verbraucht eine Fläche von 865.000 Quadratmeter und soll rund 5 Milliarden US-Dollar kosten. Dort sollen vor allen Dingen Fahrzeuge des Tesla-Typs 3 gebaut werden, – damit beginne man bereits Ende 2019. Im Werk soll dann aber auch später das Tesla-Folgemodell Y gefertigt werden. Elon Musk umgeht mit einer Fertigung in China etwaige Handelszölle zwischen USA und China, da die in China gebauten Autos direkt auf dem chinesischen Markt verkauft werden können.

Made in China macht den Tesla preiswerter

Während die Tesla-Modelle 3 aktuell runde 50.000 Dollar kosten, verbindet Elon Musk mit der Fertigung in China den Willen, den Preis auf 35.000 Dollar senken zu können. Die Fabrik in Shanghai wird Teslas größtes Werk außerhalb der USA sein. Elon Musk hatte lange mit China verhandelt, denn in der Vergangenheit durften ausländische Autobauer maximal 50% an einer Fertigungsanlage in China besitzen. Im Falle Teslas will China einen 100%igen Auslandsbesitz am Werk zulassen. Man hatte in China eine Ausnahmegenehmigung für Fabriken erlassen, die Elektroautos herstellen.  Im Gegensatz zu den USA, wo Batterien und Fahrzeuge an zwei verschiedenen Standorten gefertigt werden, lässt Elon Musk in Shanghai eine sogenannte Gigafabrik entstehen, in der Fahrzeuge und Batterien hergestellt werden. In Amerika werden die Fahrzeuge bislang in Californien und die Batterien in Nevada gefertigt. Musk hatte mehrfach Probleme, in den USA die selbstgesteckten Ziele einer wöchentlichen Produktion von 5.000 Fahrzeugen zu erreichen. Mit dem Bau einer chinesischen neuen Fabrik will er das Produktionsproblem und das Kostenproblem in den Griff bekommen und gleichzeitig etwaige Zölle umgehen. Auch rechnet er damit, dass Tesla zukünftig in China wesentlich mehr Fahrzeuge verkauft, wenn diese auch dort gefertigt werden.

1 Million Elektroautos in China zugelassen

Im Jahr 2018 wurden in China bereits über 1 Million Elektrofahrzeuge zugelassen, Marktführer bei den Zulassungen ist bisher ein einheimisches Modell von BAIC, die Fahrzeuge der EC-Serie kosten in China dort rund 25.000$ und sind mit einem abgespeckten VW Golf zu vergleichen.

Förderung der E-Mobilität in China

China hat in den letzten Jahren und Monaten eine ganze Reihe Maßnahmen ergriffen, um den Einsatz von E-Autos zu fördern, u.a.:

  • Zum 1.1.2018 wurde bereits der Bau von über 500 verschiedenen Automodellen verboten, weil diese zuviel Benzin verbrauchten
  • Zehntausende von Ladestationen wurden im ganzen Land errichtet
  • In Großstädten wie Peking oder Shanghai braucht man für die Innenstadtnutzung ein spezielles Nummernschild. Diese werden fast ausschließlich an Elektroautos vergeben.
  • Auch steuerlich wurden Regeln erschaffen, die die Anschaffung von Elektroautos vereinfachen
  • Bis 2020 hat man den Plan, dass 5 Millionen E-Autos auf Chinas Straßen fahren
  • Hersteller müssen fast 25% Elektroauto-Absatz nachweisen
  • China fördert die Entwicklung von Batterietechnik im eigenen Land, z.B. von BYD oder CATL, die mittlerlweile auch schon an BMW und Peugeot verkaufen

Während China handelt und Ladestationen aufstellt, wird in Deutschland noch um ein Dieselfahrverbot diskutiert und, ob man Meßstationen 20 Meter weiter links oder rechts aufstellt.

Bild: Timothy Artmann/Tesla

 

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