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Wieder Corona-Ausbruch im Schlachthof: Bei Tönnies sind mind. 400 Mitarbeiter infiziert

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Written by BSF

Schalke-Chef Tönnies hat im Moment nicht nur im Fußballbereich ein Problem: In seinem Schlacht- und Zerlegebetrieb gelten rund 400 Mitarbeiter mittlerweile als mit dem Coronavirus infiziert. Von 500 Testergebnissen seiner Mitarbeiter sind rund 400 positiv. Wieviele der insgesamt 1000 Beschäftigten im Zerlegebetrieb im Kreis Gütersloh gesamt betroffen sind, wird sich erst die nächsten Tage herausstellen, wenn alle Tests ausgewertet sind.

Alle Schulen und Kitas im Kreis geschlossen

Der Kreis Gütersloh hat zwischenzeitlich beschlossen, alle Schulen und Kindertagesstätten im Kreis bis zu den Sommerferien zu schließen, da viele Beschäftigte bei Tönnies schulpflichtige Kinder und Kinder im Kindergartenalter hätten. So will man eine rasche Verbreitung der Virusinfektion verhindern.

Die Schließungen gelten ab morgen, Donnerstag und mindestens bis zum 29.6.2020.

Schlachterei stellt Betrieb ein

Auch der Schlachtbetrieb wurde eingestellt. Neue Schlachtungen werden bereits ab Mittag nicht mehr vorgenommen. Wie lange der Betrieb geschlossen bleibt, entscheiden die zuständigen Behörden. Insgesamt habe man rund 1000 Beschäftigte testen lassen. Während man gestern noch von „nur“ 128 Infizierten sprach, liegen heute schon rund 400 positive Testergebnisse vor. Es ist damit zu rechnen, dass es noch mehr werden.

Bereits im Mai fielen erste Positivtests bei Tönnies auf. Man glaubte, alle Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt zu haben und damit das Risiko eingegrenzt zu haben. Die Produktion hat man weiter laufen lassen. Die jüngsten Tests zeigten, dass dies offensichtlich ein Fehler war.

Heimaturlaube in Rumänien und Bulgarien

Viele der aus Bulgarien und Rumänien stammenden Beschäftigten nutzen vergangene Wochenenden für einen Heimaturlaub in Rumänien oder Bulgarien und reisten in Sammeltransporten in ihr Land – und wieder zurück. Auch ohne Zwischenstopp in Bad Ischgl war dies offenbar nicht die optimale Strategie zur Vermeidung einer Infektionsausbreitung.

Ob die Mitarbeiter die Corona-App in Benutzung hatten, ist nicht überliefert. Bislang gibt es keine Version in rumänischer oder bulgarischer Sprache.

Symbolbild: cc0 pixabay

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