Ratgeber

Wie lustig ist eigentlich so eine Corona-Intubation?

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Written by BSF

In Teilen der Bevölkerung herrscht immer noch ein Denken über das Coronavirus, der von dem Leitmotiv geprägt ist „…ich bin noch zu jung, um dran zu sterben…dann bekomme ich den Virus halt…gehe ins Krankenhaus und komm dann irgendwann wieder gesund raus…“

Richtig ist, dass überwiegend Ältere an Covid-19 versterben. Unrichtig ist allerdings, dass es für Jüngere ein Zuckerschlecken ist. Das Durchschnittsalter der Infizierten beträgt in Deutschland 47 Jahre…mit 30-Jährigen, 40-Jährigen und 50-Jährigen, aber auch Minderjährigen und Teens. Die Jüngeren haben meist nur milde Symptome, aber einige erwischt es auch heftig, sodass sie intubiert werden müssen. Doch was bedeutet eigentlich „intubiert“?

Keine Sauerstoffmaske auf dem Gesicht, sondern Schlauch im Hals

Bei schweren Verläufen von Corona (ca. 6% aller Fälle) muss häufig intubiert werden, dabei reicht es dann nicht mehr aus, dass der Patient eine Sauerstoffmaske auf seine Nase gesetzt bekommt, sondern unter Vollnarkose wird ein Schlauch durch den Mund in die Luftröhre geschoben.

Auf dem Bauch im Wachkoma

So ein Schlauch durch den Mund in die Luftröhre führt normalerweise zu Brechreiz und Erstickungsgefühlen. Der natürliche Verteidigungsreflex eines Menschen. Um das zu vermeiden und eine stille Lage des Patienten zu ermöglichen, wird der Patient in eine Art künstliches Koma versetzt. Damit die Beatmung besser klappt, liegt der Patient dabei auf dem Bauch. Gerne auch 2 bis 3 Wochen lang. Im Wachkoma. Eigenständig reden, essen oder auch nur selbstbestimmt Ausscheidungen von sich geben, ist in der Zeit unmöglich.

Schmerz- und Beruhungsmittel in Dauergabe

Man muss Schmerz- und Beruhigungsmittel geben, damit der Patient das aushält.

30-50% Muskelmasse ist dann mal weg

Wer so lange auf dem Bäuchlein im Krankenhaus liegt, verliert in der Regel 30 bis 50% seiner Muskelmasse, was für den Fall des Überlebens regelmäßig eine Rehabilitationsmaßnahme erforderlich macht. Sonst ist schon Treppensteigen oft unmöglich. Manche Reha ist für mehrere Monate erforderlich. Schäden an Mund und Stimmbändern sind unausweichlich.

Ältere oder geschwächte Menschen durchstehen diese Tortur nicht

Ältere Menschen oder Menschen mit anderen Erkrankungen oder Schwächen durchstehen diese Tortur oft nicht. Sie sterben während der Maßnahme, z.B. durch Herzversagen, Nierenversagen oder multiples Organversagen. Oder die Lunge ist so kaputt, dass auch die Beatmung nicht mehr hilft.

Jüngere Menschen haben zum Teil bleibende Schäden, müssen je nach Dauer und Konstitution des Patienten eine Reha machen.

Wenn die Intensivbetten belegt sind, versterben auch die Jungen

Wenn allerdings in einem fortgeschrittenen Stadium der Coronakrise alle Intensivbetten mit dieser Intubationsmöglichkeit belegt sind – und davon gibt es nur ein paar Tausend in Deutschland – sterben auch die Jüngeren, weil sie nicht in die Luftröhre beatmet werden können.

Schutz vor 2 Wochen auf dem Bauch ist kostenlos

Um sich auch als junger Mensch davor zu schützen, 2-3 Wochen auf dem Bauch zu liegen und einen Schlauch schlucken zu müssen, muss man kein Geld ausgeben und eigentlich nichts Anstrengendes machen. Man muss einfach nur nichts machen. Nie war es einfacher, sich vor einer Krankheit zu schützen. Einfach mal für die nächsten Wochen sich nicht mit anderen zu treffen, die Anzahl der sozialen Kontakte herunterfahren und nicht jeden Tag in den Supermarkt dackeln. Und schon liegt man nicht für 2 Wochen auf dem Bauch und bekommt auch keinen Schlauch in den Mund. Dieser Weg steht allerdings nur den Intelligenten offen – die anderen machen weiter Party. Viel Spaß auf dem Bauch.

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