Deutschland

Volkmarsen: Auto rast bei Rosenmontagszug in Menschenmenge

Polizei Gruppenvergewaltigung Mülheim
Written by BSF

Ein Mercedesfahrer ist unter Umgehung einer Absperrung in die Menschenmenge eines Rosenmontagszugs bei Kassel gefahren. Der Vorfall ereignete sich in Volkmarsen, ca. 30 Kilometer von Kassel entfernt. Der Fahrer wurde festgenommen.

Mindestens 30 Verletzte

Dabei kam es zu mindestens 30 Verletzten, darunter auch Kinder. Sieben Personen sind davon schwer verletzt. Der Fahrer des Mercedes-Kombi machte bei Zeugen den Eindruck bewusst in eine Menge, die vor allen Dingen von Kindern bevölkert war, gefahren zu sein. Polizei und Rettungskräfte sind vor Ort. Der Vorfall ereignete sich gegen 14:45 Uhr am Rosenmontag (24.2.2020). Der Fahrer habe auch in der Menge noch Gas gegeben und konnte so ca. 30 Meter weit in die Menge fahren. Erst in der Nähe eines REWE Supermarkts kam der Mercedes zum Stehen. Die Polizei teilt mit, es haben keine Toten gegeben.

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Die Polizei nahm schnell eine Erstinformation an die Bevölkerung vor und untersucht aktuell die Hintergründe des Vorgangs. Der Mann ist ist festgenommen worden.

Polizei bricht alle Fastnachtsumzüge in Hessen ab

Die Polizei bricht vorsichtshalber ALLE Fastnachtsumzüge in Hessen ab, teil t sie via Twitter mit. Das spricht gegen einen medizinischen Notfall beim Fahrer in Volkmarsen.

Abbruch Fastnachtsumzüge Hessen
Nachricht auf dem Twitter-Account der Polizei Westhessen

Fahrer ist ein 29-jähriger Deutscher

Der Fahrer ist ein 29-jähriger Deutscher aus dem Umkreis des Tatorts, der in der Vergangenheit auch schon polizeilich aufgefallen ist, u.a. durch Nötigung und Hausfriedensbruch.

Zweite Personen in Volkmarsen festgenommen

In Volkmarsen ist dem Vernehmen nach eine zweite Person festgenommen worden, von der Zeugen behaupten, diese habe den Vorgang gefilmt.

Kleinstadt bei Kassel

Volkmarsen ist eine Kleinstadt mit knapp 7000 Einwohnern im Landkreis Waldeck-Frankenberg. In 30 Kilometer Entfernung befindet sich Kassel. Bereits am Sonntag kam es zu einem Zwischenfall im Ort, als Feueralarm bei einer Karnevalsveranstaltung des -VFR 1920 Volkmarsen ausgelöst wurde, der zur Räumung des Veranstaltungsorts geführt hat. Einen Grund für den Alarm konnte man aber nicht finden. Die Polizei prüft nunmehr, ob es ggf. einen Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen gibt.

Polizei richtet Hinweisportal ein

Wer am Umzug teilgenommen hat oder in der Stadt war und Video- oder Bildmaterial hat, ist von der Polizei eingeladen, das Material der Polizei zur Verfügung zu stellen. Dazu existiert eine eigene Webseite:

Hinweise an die Polizei

Update 25.2.2020, 11:39 Uhr

Die Tat hat 52 Verletzte zur Folge gehabt, wovon 35 noch stationär behandelt werden. 18 Kinder sind unter den Verletzten. 17 Verletzte konnten zwischenzeitlich entlassen werden. Das jüngste Kind unter den Verletzten ist 3 Jahre alt. Gegen den zweiten Festgenommenen wird wegen der Anfertigung eines Gaffervideos ermittelt. Das Fahrzeug des Täters ist auf ihn selber zugelassen gewesen.

Dashcam und Tablet im Fahrzeug

Im Fahrzeug des Täters fanden die Polizisten eine Dashcam, ein Handy und ein Tablet. Möglicherweise wollte der Täter Maurice P. die Tat live filmen. In seiner Wohnung wurden Flyer mit der genauen Streckenführung des Umzugs gefunden. Der Täter hatte im letzten Jahr bei einem Autozulieferer gearbeitet, wo er – verhaltensbedingt – gekündigt wurde. Ein dazu passender Arbeitsgerichtsprozess sollte in Kürze stattfinden.

Haftbefehl gegen den Fahrer

Zwischenzeitlich hat das zuständige Amtsgericht Haftbefehl gegen den Fahrer des silbernen Mercedes Kombi erlassen. Damit kommt der Mann nach seiner Krankenhausbehandlung in Untersuchungshaft oder wird in einem Gefängnis-Krankenhaus weiter behandelt. Der Haftbefehl erging wegen Mordversuchs.

Täter wohnte bei der Oma

Der Täter soll zumindest phasenweise bei seiner Oma im Raum Volkmarsen gewohnt haben. Seine Familie ist früher einmal von Baden-Baden nach Volkmarsen gezogen, aber zum großen Teil wieder nach Baden-Württemberg zurückgekehrt, nachdem sich Pläne seiner Schwester, einen Gasthof zu betreiben, als nicht umsetzbar erwiesen haben.

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