Konsequenz nach vorzeitigem Ausscheiden bei WM
Wenige Tage nach dem bitteren WM-Aus gegen Paraguay zieht Julian Nagelsmann die Konsequenzen: Der Bundestrainer beendet sein Amt als DFB-Teamchef. Als Wunschkandidat für die Nachfolge steht bereits ein alter Bekannter bereit – Jürgen Klopp.
Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht vor einem Neuanfang. Julian Nagelsmann hat, wie der Deutsche Fußball-Bund am Freitag bestätigte, seinen sofortigen Rücktritt als Teamchef erklärt. Der 38-Jährige zieht damit einen Schlussstrich unter seine knapp dreijährige Amtszeit, die im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft gegen Paraguay ihr abruptes Ende fand.
Ein Sinneswandel in wenigen Tagen
Noch direkt nach dem Ausscheiden im Elfmeterschießen hatte Nagelsmann von einem Rücktritt nichts wissen wollen. Im Stadion von Foxborough machte er unmissverständlich klar, dass er nicht der Typ sei, der in schwierigen Momenten das Weite suche. Doch offenbar hat sich in den Tagen danach einiges bewegt: Berichten zufolge legte ihm die DFB-Führung bei einem Krisentreffen am Donnerstag den Rückzug nahe.
In der offiziellen Stellungnahme des Verbandes klingt Nagelsmanns Entscheidung reflektiert und weniger nach einer spontanen Reaktion. Er habe seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und sich mit Vertrauten sowohl im privaten Umfeld als auch im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung sei ihm keineswegs leichtgefallen, sein oberstes Ziel sei stets der Erfolg der Mannschaft gewesen – und genau die verdiene nach der herben Enttäuschung nun einen unbelasteten Neuanfang.
Rudi Völler zollt Respekt
Sportdirektor Rudi Völler, der Nagelsmann seinerzeit selbst als „Wunschlösung“ nach Frankfurt geholt hatte, reagierte mit Anerkennung auf den Schritt. Nagelsmanns Entscheidung verdiene Respekt, weil er Verantwortung übernehme, obwohl er die Nationalmannschaft eigentlich gerne weiter geformt hätte – und weil er das große Ganze über die eigene Person stelle. Zur persönlichen Zukunft des früheren Bayern- und Leipzig-Trainers äußerte sich der DFB bislang nicht.
Die Ära Nagelsmann in Kürze
Nagelsmann hatte im September 2023 die Nachfolge von Hansi Flick angetreten. Sein erstes großes Turnier als Bundestrainer war die Heim-EM vor zwei Jahren, bei der die deutsche Mannschaft erst im Viertelfinale nach Verlängerung am späteren Titelträger Spanien scheiterte – ein Ergebnis, das seinerzeit noch als respektabler Achtungserfolg gewertet wurde. Das nun folgende WM-Aus bereits in der ersten K.-o.-Runde wiegt ungleich schwerer und markiert den Schlusspunkt seiner Amtszeit.
Klopp als designierter Nachfolger
Für die Neubesetzung der Trainerposition muss der DFB nicht lange suchen. Wie aus der Verbandsmitteilung hervorgeht, will die DFB-Spitze nun das Gespräch mit Jürgen Klopp aufnehmen – und der 59-Jährige habe bereits grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, den Posten zu übernehmen.
Klopp ist seit Januar 2025 als Head of Global Soccer für Red Bull tätig. Zuvor hatte er sich als Trainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool europaweit einen Namen gemacht und zählt zu den erfolgreichsten und populärsten deutschen Trainern der letzten zwei Jahrzehnte. Sollte er tatsächlich übernehmen, wäre dies zweifellos einer der prestigeträchtigsten Trainerwechsel im deutschen Fußball der letzten Jahre – und würde bei den Fans für neuen Optimismus sorgen, nach einer WM, die für die deutsche Mannschaft alles andere als nach Plan verlaufen ist.
Wie es nun konkret weitergeht und wann eine offizielle Entscheidung über die Nachfolge fällt, ist derzeit noch offen. Klar ist: Der DFB steht vor einem echten Neuanfang – und mit Jürgen Klopp würde ein Name auf der Trainerbank stehen, der große Erwartungen weckt. Ob Nagelsmann tatsächlich eine kolportierte Abfindung in Höhe von 7 Mio Euro erhält, wurde nicht kommuniziert.
