Hauptverkehrsachse in Freiburg nimmt mehr Rücksicht auf Radfahrer
Die Eschholzstraße gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen mitten in Freiburg. Autos, Fahrräder und Fußgänger teilen sich hier täglich einen Straßenraum, der eigentlich viel zu knapp bemessen ist. Die Stadt Freiburg reagiert nun darauf: Mit neuen Fahrbahnmarkierungen soll die Straße sicherer werden – auf Kosten von rund 40 Parkplätzen.
Das Problem: Zu wenig Platz, zu viel Nähe
Fahrende Autos, Radfahrer und parkende Fahrzeuge kommen sich in der Eschholzstraße oft gefährlich nahe. Ein besonders kritischer Unfallgrund: unachtsam geöffnete Autotüren. Für Radfahrer kann das lebensgefährlich werden, wenn sie im sogenannten „Dooring“-Unfall in eine sich öffnende Tür hineinfahren. Zahlen zu tatsächlich vorgekommenen, schweren Unfällen auf der Straße nennt die Stadt bislang allerdings nicht.
Die Lösung: Ein Schutzstreifen zwischen Rad und Parkstreifen
Um dieses Risiko zu verringern, richtet die Stadt künftig einen 75 Zentimeter breiten Schutzstreifen zwischen der Radführung und den Parkstreifen ein. Dieser Sicherheitsabstand ist inzwischen Standard bei allen Neuplanungen im Stadtgebiet. Weil in der Eschholzstraße an vielen Stellen aber schlicht nicht genug Platz vorhanden ist, muss dafür ein Teil der Parkplätze weichen.
Rund 40 Parkplätze fallen weg
Von aktuell etwa 90 Parkmöglichkeiten bleiben künftig noch 50 Park- und Lieferplätze übrig – rund 40 fallen also weg. Die Stadtverwaltung betont, dass sie nur so viele Stellplätze entfernt wie unbedingt nötig, um Anwohner und Gewerbetreibende möglichst wenig zu belasten.
Als Ausgleich ist geplant, im Herbst die bisher sieben Bewohnerparkgebiete zu zwei großen Gebieten zusammenzulegen. Anwohner sollen dadurch künftig flexibler nach freien Plätzen suchen können. Flexibler heißt dabei auch: Der Autofahrer muss ggf. weiter weg von seinem Ziel parken. Details dazu will die Stadt zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.
Für den Lieferverkehr wurde die Straße gesondert geprüft: Zwischen Stühlingerstraße und Lehener Straße entstehen in regelmäßigen Abständen fünf neue Lieferzonen, damit die ansässigen Geschäfte weiterhin beliefert werden können.
Breitere Gehwege und mehr Grün
Der Wegfall der Parkplätze hat auch einen positiven Nebeneffekt: Die bislang in manchen Abschnitten sehr schmalen Gehwege werden breiter. Das kommt dem starken Fußverkehr entgegen, der auf dieser zentralen Achse im Stühlinger unterwegs ist. Auch die Radfahrstreifen werden abschnittsweise breiter, und es entstehen 20 zusätzliche Radbügel zum Abstellen von Fahrrädern.
Zudem pflanzt das Garten- und Tiefbauamt (GuT) zwei neue Bäume. Auf der Ostseite wird außerdem die Fahrbahn zwischen Stühlingerstraße und Engelbergerstraße saniert, da sich dort Risse im Straßenbelag gebildet haben.
Bauzeit und Auswirkungen auf den Verkehr
Die Arbeiten beginnen am Montag, 20. Juli, und dauern bis Freitag, 14. August. Autos können während der gesamten Bauzeit weiterhin in beide Richtungen fahren. Der Radfahrstreifen ist zeitweise nicht nutzbar – Radfahrer weichen dann entweder auf die Fahrspur der Autos aus oder nutzen eine ausgeschilderte Umleitung.
Um den Verkehr möglichst wenig zu stören, finden die Hauptarbeiten abends nach 19 Uhr statt, wenn weniger los ist. Besonders laute Arbeiten enden spätestens um 22 Uhr. Die gesamte Umgestaltung kostet die Stadt rund 85.000 Euro.
Infostand vor Ort am Dienstag, den 14.7.2026
Wer sich vorab genauer informieren möchte, hat dazu am Dienstag, 14. Juli, von 15 bis 18 Uhr Gelegenheit: Das Garten- und Tiefbauamt ist mit einem Infostand an der Kreuzung Eschholzstraße/Wannerstraße vor Ort und beantwortet Fragen zu Planung und Bauablauf.
