2 Tote bei Absturz
Ein Kleinflugzeug stürzt über einem Wohngebiet ab – und reißt den Kopf einer der größten privaten Klinikgruppen Deutschlands in den Tod. Professor Rainer Salfeld war 66 Jahre alt.
Es war ein ganz normaler Samstag geplant: ein Flug von Aachen nach Oberpfaffenhofen im Landkreis Starnberg. Doch aus diesem Flug wurde eine Tragödie. Das Kleinflugzeug, in dem Professor Rainer Salfeld saß, stürzte über dem Wohngebiet der Ortschaft Limburgerhof in Rheinland-Pfalz ab. Sowohl Salfeld als auch der 60-jährige Pilot aus dem Landkreis Ebersberg kamen ums Leben. Mehrere Gebäude wurden durch herabfallende Trümmerteile beschädigt. Der Bürgermeister des Ortes sprach von 25 beschädigten Häusern.
Zeugen berichteten gegenüber der Polizei von einem lauten Knall- oder Explosionsgeräusch kurz vor dem Absturz. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nahm gemeinsam mit der Polizei Ludwigshafen die Ermittlungen auf. Das Wrack der Propellermaschine wurde beschlagnahmt. Mit einem abschließenden Ergebnis zur Unfallursache sei jedoch – wie bei solchen Fällen üblich – erst nach mehreren Monaten zu rechnen. Eine Blackbox war in dem genutzten Flugzeug-Oldtimer, der North American T-28, Baujahr 1951, wohl nicht verbaut.
Wer war Rainer Salfeld?
Professor Rainer Salfeld war keine unbekannte Persönlichkeit in der deutschen Krankenhauslandschaft. Als Gründer und geschäftsführender Direktor der Artemed SE mit Sitz in Tutzing am Starnberger See hatte er eine Klinikgruppe aufgebaut, die heute 19 Krankenhäuser im gesamten Bundesgebiet umfasst – darunter Einrichtungen in Dießen, Feldafing, Freiburg,Tutzing, Berg, München und Augsburg. Die Gruppe betreibt sowohl Akutkliniken als auch spezialisierte Fachkliniken.
Salfeld galt als Vordenker und strategischer Kopf hinter dem Wachstum der Artemed-Gruppe. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke – nicht nur in der Unternehmensführung, sondern auch bei den tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die er über Jahre geprägt hat.
Betroffenheit in der Belegschaft
Noch am Sonntagabend, nur wenige Stunden nach der Tragödie, informierte die Unternehmensführung alle Mitarbeitenden per E-Mail. Die Botschaft war klar und gleichzeitig erschütternd: „Dies ist ein unfassbarer Verlust, der uns alle schockiert zurücklässt.“
Gleichzeitig betonte die Führungsriege, dass die Artemed-Gruppe weiterhin auf stabilen Beinen stehe. „Nicht zuletzt dank Rainer Salfelds Weitblick steht die Artemed Gruppe mit ihrer klaren Führungsstruktur weiterhin auf stabilen Beinen“, heißt es in einer internen Mitteilung, aus der Münchner Merkur zitiert. Verwaltungsrat, Direktorium und Klinikleitungen stehen nach Angaben des Unternehmens in engem Austausch mit der Familie.
Die Gruppe versichert, ihre Arbeit fortzuführen – in dem Sinne, wie es sich Rainer Salfeld gewünscht hätte.
Ein Unglück mit Folgen für die Krankenhausbranche
Der Tod von Rainer Salfeld kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die deutsche Krankenhauslandschaft ohnehin unter erheblichem Druck steht. Viele Kliniken kämpfen mit wirtschaftlichen Problemen, Fachkräftemangel und den Nachwirkungen der Krankenhausreform. Gründer mit dem Profil Salfelds – unternehmerisch denkend, strategisch aufgestellt, mit einem klaren Wachstumskurs – sind in dieser Branche selten.
Wie die Artemed SE die Führungsnachfolge langfristig regeln wird, ist derzeit noch offen. Zunächst gilt die Anteilnahme jedoch dem Menschen: einem Vater, einem Unternehmer, einem Gestalter – der am vergangenen Samstag viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde.
Quelle: Polizei Ludwigshafen u.a.
