Ratgeber

Wie versteuert man Fiverr-Einkünfte?

fiverr-startseite
Written by BSF

In einer Welt voller digitaler Nomaden und Freelancer arbeiten auch immer mehr Deutsche als Freelancer und generieren Aufträge über Plattformen wie Upworks oder Fiverr.com.

Deutsche Freelancer bieten zum Beispiel auf Fiverr.com an:

Wer steckt hinter Fiverr.com ?

Hinter Fiverr.com steckt eine israelische Firma, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Freelancer mit Auftraggebern zusammen zu bringen. Natürlich macht dies diese Firma nicht völlig uneigennützig aus caritativen Zwecken, sondern macht dies, um daraus Provisionen zu verdienen. So darf man als Freelancer damit rechnen, dass schon einmal mindestens 20% der Einnahmen an Fiverr gehen (+ ggf. noch kleinere Abzüge für Geld-Transfer etc.).

Wie werden Aufträge auf Fiverr abgewickelt?

Wer auf Fiverr eine Dienstleistung wie z.B. das Erstellen von Werbetexten kauft, muss direkt bei Auftragsvergabe den vollen Rechnungsbetrag bezahlen, z.B. per Kreditkarte. Das Geld kassiert zunächst Fiverr.

Im Auftrag wird ein bestimmter Zeitrahmen vereinbart, indem der Auftrag fertig sein soll. Ist der Auftrag fertiggestellt, hat der Käufer 3 Tage Zeit, den Auftrag abzunehmen und als erledigt zu markieren. Meldet sich der Auftraggeber innerhalb dieser 3 Tage nicht, markiert Fiverr den Auftrag automatisch als fertiggestellt. Anschließend kehrt Fiverr den Auftragsgegenwert abzüglich einer Provision an den Freelancer aus.

Wer also z.B. die Erstellung eines Werbetextes über 3000 Wörter für 160 US$ angeboten hat, erhält anschliessend von Fiverr 160 US$ minus 20% Provision, also 128 US$. Die restlichen 32 US$ steckt sich Fiverr als Provision ein.

Wie wird dies steuerlich in Deutschland gehandhabt?

Da den Freelancern die Identität und damit auch die Ansässigkeit oder Steuernummer der Auftraggeber meistens gar nicht bekannt ist, da diese nur unter Nicknamen auftreten und die Verrechnung an und von Fiverr erfolgt, werden die Einnahmen so gehandhabt, als wenn man die Dienstleistung für einen israelischen Kunden erledigt hat, nämlich für Fiverr.

Dazu kann man als deutscher Freelancer auch eine Rechnung an Fiverr erstellen – in Höhe der Netto-Summe, die einem zufließt. Diese Summe muss man dann auch in seiner Einkommensteuererklärung als Einnahme angeben. Ein automatischer Steuerabzug erfolgt nicht.

Auf wen stellt man die Rechnung für Fiverr-Aufträge aus?

Die Rechnungen werden üblicherweise ausgestellt auf:

Fiverr International Ltd.

8 Kaplan St.

Tel Aviv 6473409

Israel

Umsatzsteuernummer (VAT ID): 558327284

Was sagt Fiverr selbst zum Thema Steuern?

Fiverr weist auf seinen Seiten darauf hin, dass Verkäufer und damit Anbieter von Dienstleistungen selbst für die Versteuerung im Heimatland verantwortlich sind.

Freelancer, die Dienstleistungen erbringen, können Rechnungen (deklaratorisch) an Fiverr erstellen, teilt Fiverr mit:

(gefunden auf: https://de.fiverr.com/support/articles/360010561178-Verkaufer-Steuern)

Auf Wunsch: Jährliche Zusammenfassungen von Fiverr erhältlich

Auf Wunsch können Verkäufer von Fiverr jährliche Zusammenfassungen über Verkäufe erhalten, wenn sie sich an den Fiverr-Support wenden.

Wie gelangt man an das Geld als Verkäufer bei Fiverr?

Fiverr bietet unterschiedliche Methoden an, wie man an das Geld kommt, welches man sich als Freelancer über Fiverr-Aufträge erarbeitet hat, darunter z.B. auch:

  • Überweisung auf ein Konto (über IBAN und BIC), hierbei nutzt Fiverr den Zahlungsdienstleister Payoneer, der für jede Zahlung (lediglich) 1 Euro Zahlungsabwicklungsgebühr abzieht.
  • Gutschrift auf einem Kreditkartenkonto, sodass man mit der Kreditkarte woanders einkaufen und bezahlen kann

Wie auch immer man an seine Einnahmen kommt: Wer seinen Wohnsitz in Deutschland hat und grundsätzlich in Deutschland steuerpflichtig ist, muss die Einnahmen von Fiverr auch in seiner deutschen Steuererklärung angeben.

Gewerbe anmelden

Wer auf selbstständiger Basis für Fiverr tätig wird und z.B. Grafiken erstellt oder Texte verfasst, ist entweder Gewerbetreibender oder Freiberufler. Beides sollte man bei seiner Gemeinde anmelden, um sich nicht dem Vorwurf des Schwarzgeldverdienens auszusetzen.

Kann man als Verkäufer von Fiverr leben?

Ob man als Verkäufer von Fiverr-Aufträgen leben kann, hängt ganz vom eigenen Fleiß ab und ob man zu konkurrenzfähigen Preisen eine konkurrenzfähige Leistung erbringt. Wer z.B. Grafiken erstellt, schnell Webshops bauen kann oder Shopware-Probleme löst, erhält häufig immer wiederkehrende Aufträge von Stammkunden. Gute Fiverr-Verkäufer können durchaus auf 1000 bis 3000 Euro Monatseinnahmen kommen. Vielen Freelancern reicht das.

Beispielhafte Einnahmen eines deutschen Fiverr-Verkäufers

Hinweis: Dieser Artikel stellt die Auffassung des Autors dar und ersetzt nicht den steuerlichen Rat eines Steuerberaters. Bevor Sie Einnahmen über die Plattform Fiverr.com generieren, sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater auch über die steuerliche Behandlung der Einnahmen und holen sich fachlichen Rat ein. Wir haften nicht für die Richtigkeit der obigen Angaben.

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