Ratgeber

Warum man bei Rheuma kein Schweinefleisch essen sollte

Schweinefleisch-Rheuma-Schwein
Written by BSF

Wer Rheuma hat, sollte Schweinefleisch meiden, weil es Entzündungen in den Gelenken noch weiter fördert, – dies ist einhellige Meinung von Ernährungswissenschaftlern. Fisch und Rindfleisch enthalten weniger entzündungsfördernde Stoffe und sollten gegenüber Schweinefleisch bevorzugt werden.

Arachidonsäure im Schweinefleisch ist entzündungsfördernd

Während pflanzliche Omega-3-Fettsäuren eine entzündungshemmende Wirkung haben, wirkt die Arachidonsäure im Schweinefleisch entzündungsfördernd und sollte daher für Rheumapatienten tabu sein.

Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Arachidonsäure?

Rheumatiker sollten bei folgenden Lebensmitteln besonders vorsichtig sein, da der Arachidonsäure-Gehalt sehr hoch ist:

(Angaben mg pro 100g Lebensmittel)

  • Schweineleber: 490 mg
  • Schweineschmalz: 1700 mg
  • Schweineniere: 351 mg
  • Schweinespeck: 250 mg
  • Brathuhn: 225 mg
  • Leberwurst (grob): 200 mg
  • Schweinebauch (geräuchert): 130 mg
  • Aal: 120 mg
  • Schweineschinken: 50 mg
  • Schweinefleisch (Muskelfleisch): 36 mg

Zum Vergleich dazu:

Rindfleisch (Muskelfleisch): 16 mg

Lamm (Muskelfleisch): 10 mg

Seelachs: 11 mg

Gemüse: 0 mg

Obst: 0 mg

Pflanzenmargarine: 0 mg

Hülsenfrüchte: 0 mg

Vegetarier sind auf der sicheren Seite

Vegetarier, die nicht nur auf Schweinefleisch verzichten, sondern auf jegliche Form tierischen Fleisches, sind in Sachen Arachidonsäure auf der sicheren Seite, da Gemüse und Obst keinen oder keinen nennenswerten Arachidonsäure-Gehalt aufweisen. Allerdings müssen Vegetarier bei ihrer Ernährung darauf achtgeben, dass z.B. ausreichend Eisen zugeführt wird.

Enthält Schweinefleisch Antibiotika?

Bei der konventionellen Schweinezucht werden – ebenso wie z.B. auch bei Geflügel – in der Tat Medikamente eingesetzt, u.a. auch Antibiotika. Wer viel Schweinefleisch aus konventioneller Zucht verzehrt, begibt sich in die Gefahr, dass sich Antibiotika-Resistenzen entwickeln und Medikamente weniger wirksam sind.

Früher wurden Antibiotika in der Schweinezucht noch viel häufiger eingesetzt, da durch Beifütterung eine Veränderung der Darmbakterien beim Schwein eintritt und diese dadurch Futter besser verwerten können. Bei Tests von Schweinefleisch werden i.d.R. Antibiotika-Mengen festgestellt, die unter den Grenzwerten sind, aber Antiobiotika sind häufig noch nachweisbar und auch in der Gülle noch vorhanden, die oft auf Felder aufgebracht wird. Bei rund 0,2% der Proben wurden die Grenzwerte überschritten, aber in rund 45% der verprobten Schweine konnte z.B. das LGL Bayern noch Antibiotika feststellen.

Toxikologisch werden die Antibiotika-Rückstände im Schweinefleisch in Deutschland als unbedenklich eingestuft.

Arachidonsäure aus Schweinefleisch gehört zu Omega-6-Fettsäuren

Die Arachidonsäure, die gehäuft in Produkten aus Schweinefleisch vorkommt, gehört zu den Omega-6-Fettsäuren. Der Körper bildet aus dieser Säure Entzündungsbotenstoffe aus der Gruppe der Leukotriene und der Prostaglandine, die wiederum rheumatische Entzündungen in den Gelenken fördern. Rheuma-Patienten sollten ebenso wie von Gicht oder MS betroffene Personen daher Schweinefleisch weitgehend meiden.

Studien belegen schädliche Wirkung von Schweinefleisch

Es gibt weltweit mehr als 100 Studien, die belegen, dass bei einem Weglassen von Schweinefleisch in der Ernährung bei Rheumapatienten die Entzündungsschübe zurückgehen. Nicht umsonst empfehlen daher seit Jahrzehnten Naturheilkundler und auch Ärzte, Schweinefleisch aus der Ernährungsliste zu verbannen.

Körper kann aus Linolsäure auch selbst Arachidonsäure herstellen

Der menschliche Körper kann jedoch auch ohne Schweinefleisch-Zufuhr Arachidonsäure selbst herstellen und tut dies auch, z.B. aus Linolsäure. Diese führen viele in Form von Distelöl, Sonnenblumenöl oder Maiskeimöl dem Körper zu. Die Linolsäure gehört auch zu den Omega-6-Fettsäuren. Rheumatiker sollten daher bei den Ölen lieber auf Linolensäure als auf Linolsäure setzen. Linolensäure verhindert die Umwandlung von Linolsäure in Arachidonsäure. Linolensäure ist z.B. in Leinöl und Rapsöl enthalten.

Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl können helfen

Rheumatiker setzen im Kampf gegen Rheumaschübe häufig auch auf Fischöl, welches die Eicosapentaensäure (EPA) enthält, die eine entzündungshemmende Omega-3-Fettsäure ist. In einer Studie an der Universität München (unter Prof. Dr. Olaf Adam) konnten die Gelenkbeschwerden von Rheumapatienten unter Einnahme von EPA deutlich reduziert werden.

Sind Kaltwasserfische genau wie Schwein ungesund?

Zwar enthalten Kaltwasserfische wie Lachs, Thunfisch, Makrele oder auch der Hering auch die Arachidonsäure. Dadurch dass jedoch gleichzeitig ein hoher Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (EPA) vorhanden ist, wird dies wieder ausgeglichen und hat nicht die für Rheumapatienten negativen Folgen wie Schweinefleisch.

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