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Robert-Koch-Institut informiert neu zum Corona-Virus (21.4.2020)

Coronavirus
Written by BSF

Robert-Koch-Institut Pressekonferenz vom 21.4.2020 zum Coronavirus

Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht am Dienstag (21.4.2020) neue Zahlen und Zusammenhänge für die Coronakrise. Professor Schaade, Vize-Präsident des RKI, gab am Morgen u.a. die folgenden Informationen:

  • Das Abstandhalten ist nach wie vor erforderlich
  • Mund-Nase-Masken in der Öffentlichkeit sind empfehlenswert, z.B. am Arbeitsplatz, in Bussen und Bahnen. Überall dort, wo man den Abstand von 1,5 m nicht einhalten kann. Eine Mund-Nase-Bedeckung ist ein zusätzlicher Baustein und ersetzt nicht die anderen Maßnahmen wie Abstand oder Händewaschen
  • Risikogruppen in den Heimen müssen besser geschützt werden
  • Wer akute Atemwegsinfektionen hat, soll zuhause bleiben, auch nicht mit Mundschutz rausgehen
  • die täglichen Fallzahlen werden kleiner
  • Die Reproduktionszahl lag am Vortag bei 0,9 – damit steckt im Mittel immer noch jede Person eine weitere Person an
  • 3,2% der Erkrankten sind aktuell verstorben. Diese Zahl wird weiter steigen, da viele Erkrankungen in Alters- und Pflegeheimen festgestellt werden
  • Noch sind genug Intensivbetten vorhanden
  • In den USA sind rund 760.000 Corona-Infizierte, in Spanien 196.000 Fälle, in Italien 179.000 Fälle registriert. In Deutschland sind aktuell 143.500 Fälle registriert mit 4.600 Verstorbenen
  • 2,3 Mio Covid-19 Fälle sind weltweit bekannt
  • Etwas unter 2000 Fälle pro Tag werden aktuell neu übermittelt (Deutschland)
  • Im deutschen Durchschnitt ist der Patient ca. 50 Jahre alt, 50% der Fälle weisen Husten als Symptom auf.
  • 17% der Fälle müssen ins Krankenhaus (Hospitalisierung)
  • 2,5% der Fälle entwickeln eine Lungenentzündung
  • Bezüglich Obduktionen teilt das RKI mit, dass es nicht der Auffassung ist, dass wenig obduziert werden solle. Gerade bei Obduktionen können wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Es gibt Hinweise darauf, dass Covid-19 auch Nieren und Herz maßgeblich beeinflusse.
  • Eine Durchseuchung würde Jahre dauern, wenn man mit der jetzigen Geschwindigkeit weiter arbeiten würde. Die Reproduktionszahl ist auch nur schwer zu steuern, sodass die Gefahr bestehe, dass man mehr Infizierte produziert, als das Gesundheitssystem bewerkstelligen könne.
  • Bei einer vorschnellen Rücknahme kontaktreduzierender Maßnahmen könne eine zweite Welle von Infektionen auf Deutschland zukommen. Dies hängt wesentlich von den Abstands- und Hygienemaßnahmen ab. Die Maßnahmen müssen also weiter eingehalten werden, damit es nicht zu einer Vergrößerung der Infektionszahlen kommt.
  • Reproduktionsrate soll unter 1 bleiben und dabei gilt es, niedrige Fallzahlen zu erreichen.
  • Selbst wenn es in Deutschland gelänge, die Fälle drastisch zurückzufahren, ist das Virus noch in der Welt und damit in anderen Ländern, sodass man noch weiterhin Maßnahmen aufrecht erhalten muss, damit das Virus nicht wieder eingeschleppt werde.
  • Aus Studien weiß man, dass Kinder in ähnlichen Prozentsätzen infiziert sind wie Erwachsene. Kinder haben aber häufig keine Symptome, werden daher häufig nicht getestet. Bei Kontaktverfolgungen habe man dies festgestellt. Das RKI geht bislang davon aus, dass auch Kinder den Virus weiter verbreiten, – belastbare Studien dazu gibt es noch nicht. Bei Modellierungen kam jedoch zur Erkenntnis, dass Schulschließungen und Kita-Schließungen sich positiv auf die Eindämmung auswirken.
  • Regional gibt es teilweise Lieferschwierigkeiten bei Test-Kapazitäten auf das Coronavirus. Nach Auffassung des RKI könnte mehr getestet werden. Dies wäre wünschenswert. Mindestens jede Atemwegserkrankung sollte auf Covid-19 getestet werden, mindestens aber alle schwer Erkrankten.
  • Das RKI hält Testungen an Pflegeeinrichtungen für sinnvoll, wenn dort Erkrankungen aufgetreten sind. Dies vorsorglich zu tun, würde aktuell die Testkapazitäten überschreiten, – wäre aber sinnvoll. Dazu müsste man über 1 Mio Tests pro Woche machen. Das ist wegen der weltweiten Nachfrage aktuell nicht möglich.
  • Das RKI hält eine Durchseuchung der Bundesrepublik wegen der vielen damit verbundenen Todesfälle für nicht vernünftig
  • Eine Tracing-App könne das Finden der Kontakte erleichtern, aber bislang gelang das auch mit herkömmlichen Maßnahmen wie Befragung der Betroffenen
  • Wenn es gelingt, das Virus weiter im Zaum zu halten, was in Deutschland aktuell gelinge, wird es keinen nennenswerten Einfluss auf die Gesamtsterblichkeit in Deutschland haben. In anderen Ländern sei dies anders. Das bedingt aber auch, dass in Deutschland weiter konsequent Maßnahmen eingehalten werden müssen. In einer Influenza-Saison werden bis zu 20% der Bevölkerung infiziert, was zu 3.000 bis 10.000 Fällen pro Jahr führe. In Ausnahmejahren zu mehr.

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