Das Ende einer bewegenden Geschichte – die Überreste des gestrandeten Wals werden vollständig verwertet
Der Buckelwal, der unter den Namen Timmy bekannt wurde, hat in den vergangenen Wochen ganz Deutschland bewegt. Nun ist seine Geschichte zu Ende – und sie endet in einer dänischen Fabrik.
Was mit den Überresten passiert
Nachdem der Wal tot am Strand der dänischen Insel Anholt angespült worden war und eine mehrstündige Obduktion stattgefunden hatte, wurden die Kadaverteile in Container verladen und abtransportiert. Die ausführende Firma Daka Dänemark mit Sitz in Randers hat nun bestätigt, wie die Überreste des Tieres verwertet werden.
Das Prinzip: nahezu vollständige Verwertung in drei Bestandteile.
- Wasser aus dem Körper des Wals wird gereinigt und in den Fjord geleitet.
- Fett – vor allem aus der dicken Speckschicht des Wals – wird zu Biodiesel umgewandelt.
- Knochen, Sehnen und Haut werden zu einer Art Mehl verarbeitet, das als Biomasse zur Verbrennung in einer Zementfabrik dient.
Einige Knochen des Tieres landen allerdings nicht in der Fabrik: Sie kommen in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in Kopenhagen und wurden bereits vor dem Abtransport des restlichen Kadavers gesichert.
Ein bewegtes letztes Kapitel
Timmy hatte eine kurze, aber intensive Bekanntheit erlangt. Ab Ende März 2026 war der Wal mehrfach vor der deutschen Ostseeküste gestrandet. Eine private Initiative brachte das stark geschwächte Tier Ende April mit einem Lastschiff in Richtung Nordsee und setzte es dort aus – verbunden mit der Hoffnung auf Erholung und Rückkehr ins offene Meer.
Die Initiative hatte am Wal auch einen Tracker angebracht. Dessen Daten liegen laut dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern inzwischen vollständig der Initiative und in Teilen dem Ministerium vor. Eine abschließende Auswertung steht noch aus.
Die Obduktion hatte ergeben, dass es sich bei Timmy um ein Weibchen handelte. Zuvor war Timmy auch von sogenannten Experten als männlich eingestuft worden. Die genaue Todesursache ist bislang ungeklärt.
Fazit
Was bleibt, ist eine Geschichte über Zivilcourage, Tierschutz – und am Ende die nüchterne Realität der Natur. Dass aus Timmy nun Biodiesel wird, mag zunächst seltsam klingen. Doch die vollständige und schadstoffarme Verwertung ist ökologisch sinnvoll und verhindert, dass der Kadaver einfach entsorgt wird. Ein würdiges Ende auf seine Art.
Symbolbild: KI
