Baden-Württemberg 2025: Kriminalität auf dem niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt ein klares Bild: Baden-Württemberg ist sicherer geworden. Die Gesamtzahl der Straftaten ist gesunken, die Aufklärungsquote bleibt hoch – und das bei wachsenden Herausforderungen im digitalen Raum.
Gesamtlage: Weniger Straftaten, hohe Aufklärungsquote
Die wichtigste Zahl zuerst: Im Jahr 2025 wurden in Baden-Württemberg rund 522.000 Straftaten der Allgemeinkriminalität erfasst. Das entspricht einem Rückgang von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – also rund 30.000 Fälle weniger. Abgesehen von den durch die Corona-Pandemie verzerrten Jahren ist das der beste Wert der letzten zehn Jahre.
Die Kriminalitätsbelastung liegt bei 4.643 Straftaten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner – ebenfalls der niedrigste Wert der vergangenen Dekade außerhalb der Pandemiejahre.
Besonders bemerkenswert: Die Aufklärungsquote beträgt 60,5 Prozent. Damit übertrifft die Polizei Baden-Württemberg zum siebten Mal innerhalb der letzten zehn Jahre die 60-Prozent-Marke. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 lagen die Fallzahlen noch bei rund 586.000 – seitdem wurden knapp 64.000 Straftaten weniger registriert.
Sicherheit im öffentlichen Raum
Straftaten im öffentlichen Raum sind 2025 um 7,6 Prozent auf rund 223.000 Fälle gesunken – der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. Seit 2016 entspricht das einem Rückgang von rund 32.000 Fällen.
Etwa zwei Drittel dieser Fälle verteilen sich auf drei Deliktsbereiche: Diebstahlsdelikte (ca. 26 %), Vermögens- und Fälschungsdelikte (ca. 21 %) sowie Sachbeschädigungen (ca. 16 %).
Aggressionsdelikte im öffentlichen Raum gingen um 3,5 Prozent auf rund 28.600 Fälle zurück. Mehr als acht von zehn Fällen (82,0 %) wurden aufgeklärt. Bei sechs von zehn dieser Taten handelte es sich um einfache Körperverletzungen.
Die Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum sank um 6,2 Prozent auf rund 9.600 Fälle, mit einer Aufklärungsquote von 71,5 Prozent.
Messerangriffe und Sexualdelikte
Messerangriffe im öffentlichen Raum gingen um elf Prozent auf knapp 1.200 Fälle zurück. Fast acht von zehn Taten (78,5 %) wurden aufgeklärt, bei Mord und Totschlag sogar über neun von zehn (91,5 %). Rund jeder fünfte Messerangriff ereignete sich im Bereich des öffentlichen Nahverkehrs.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sanken um 4,5 Prozent auf rund 13.800 Fälle. Nahezu die Hälfte davon entfällt auf die Verbreitung, den Erwerb oder den Besitz pornographischer Inhalte. Fälle kinderpornographischer Inhalte gingen deutlich um 15,6 Prozent auf knapp 4.200 Fälle zurück.
Schattenseite: Partnerschaftsgewalt auf Zehnjahreshoch
Ein besorgniserregender Gegentrend zeigt sich bei der häuslichen Gewalt: Fälle von Partnerschaftsgewalt stiegen um 2,1 Prozent auf rund 17.400 Fälle – ein Zehnjahreshoch. Rund 80 Prozent der Opfer sind weiblich, rund 80 Prozent der Tatverdächtigen männlich. 19 Menschen kamen 2025 durch Partnerschaftsgewalt ums Leben.
Bei annähernd drei Viertel der Fälle handelt es sich um Körperverletzungsdelikte. Experten gehen davon aus, dass nur etwa jeder zehnte Fall zur Anzeige gebracht wird.
Cybercrime: Weniger Fälle, aber höherer Schaden
Im Bereich Cybercrime sanken die erfassten Fälle um 9,2 Prozent auf rund 13.600 Inlandsstraftaten. Computerbetrug dominiert mit rund 11.300 Fällen (83 %) klar das Bild. Trotz sinkender Fallzahlen stieg der registrierte Schaden auf rund 18,1 Millionen Euro – ein neues Allzeithoch.
Hinzu kommen rund 29.200 Auslandsstraftaten im Bereich Cybercrime mit einem Schaden von etwa 22,9 Millionen Euro. Die Aufklärungsquote bei diesen Taten liegt bei gerade einmal 0,9 Prozent.
Besonders stark zugenommen haben betrügerische Anrufstraftaten (falscher Polizeibeamter, Enkeltrick, Schockanruf): Unter Berücksichtigung der Auslandsfälle stiegen diese um 65,6 Prozent auf rund 14.600 Fälle. Der Gesamtschaden nahm um ein Viertel auf rund 23,1 Millionen Euro zu. Die Versuchsquote liegt weiterhin bei über 96 Prozent.
Wohnungseinbruch: Halbierung seit 2015
Eine echte Erfolgsgeschichte liefert die Statistik beim Wohnungseinbruch: Von 12.255 Fällen im Jahr 2015 sank die Zahl bis 2025 auf 5.844 Fälle – ein Rückgang von über 52 Prozent. Fast jeder zweite Einbruch scheitert bereits beim Versuch.
Fazit
Die Kriminalstatistik 2025 zeichnet ein insgesamt positives Bild für Baden-Württemberg. Rückläufige Fallzahlen in fast allen klassischen Deliktsfeldern, eine anhaltend hohe Aufklärungsquote und der historische Tiefstand bei Wohnungseinbrüchen sind klare Erfolge. Gleichzeitig machen die Zahlen deutlich, wo Handlungsbedarf bleibt: Partnerschaftsgewalt, digitale Kriminalität und betrügerische Anrufdelikte sind Felder, die weitere Aufmerksamkeit erfordern.
Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg, Pressemitteilung zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2025, veröffentlicht am 19. Februar 2026. Weitere Informationen und interaktive Daten unter sicher-bw.de.
