Augen Drusenpapillen

Als Papille bezeichnet man die Stelle im Auge, an der der Sehnerv aus dem Augapfel austritt, vereinfacht liegt dies an der Rückseite des Augapfels gegenüber der Iris. Als Drusenpapille bezeichnet man eine veränderte Sehnervpapille, die dadurch verändert ist, dass grießkornähnliche Ablagerungen am Papillenrand vorhanden sind. Die homogenen, kolloidartigen und glasigen Proteinablagerungen (oder Kalziumphosphat) können zu einer deutlichen Gesichtsfeldeinschränkung – bis hin zur Blindheit – führen. Drusenpapillen sind nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft nicht heilbar und nicht entfernbar. Nach gängiger wissenschaftlicher Meinung lässt sich ein Fortschritt der Drusenpapillen und damit eine Weiterung der Gesichtsfeldeinschränkung verlangsamen oder ggf. auch aufhalten, wenn man den Augeninnendruck (ggf. durch Tropfen) senkt.

Drusenpapillen oft Zufallsbefund beim Augenarzt

Drusenpapillen bleiben oft lange unbemerkt, da die Patienten mit einem Teil des Auges noch scharf sehen. Häufig sind Gesichtsfeldeinschränkungen nur in Randbereichen aufgetreten und Patienten stolpern gelegentlich über Dinge, die auf dem Boden stehen und nicht oder zu spät erkannt werden. Auch Personen, die seitlich in das Gesichtsfeld treten, werden häufig erst spät erkannt. Erst beim Augenarzt kann dann die Diagnose gestellt werden, die häufig im Rahmen einer Routinekontrolle gestellt werden kann. Mit einer Augenspiegelung kann man Drusen häufig sofort erkennen. Sitzen Drusen tiefer, dann sind diese durch Sonografie oder Computertomographie nachweisbar.

Ablagerung manchmal von Geburt an vorhanden

Die kalkartigen Ablagerungen am Sehnervkopf sind manchmal schon bei Geburt vorhanden (genetisch bedingt). Mit zunehmendem Alter wachsen diese dann aus der Tiefe heraus. Drusen drücken auf den Sehnerv und schädigen diesen.

Verlust der Fahrtauglichkeit durch Drusenpapillen

Drusenpapillen im fortgeschrittenen Stadium führen wegen der Gesichtsfeldausfälle häufig zum Verlust der Fahrtauglichkeit – man sollte nicht mehr Auto fahren. Erfahren die Behörden von der eingeschränkten Sehfähigkeit, wird der Führerschein entzogen.

Augeninnendurck senken und gesund leben

Studien zur Heilbarkeit und Therapie gibt es bislang nur belastbar zu Mitteln, die den Augeninnendruck senken. Gelingt es, den Augeninnendruck zu senken, schritt in Studien die Fortsetzung von Gesichtsfeldausfällen weniger schnell voran. Man kann also bislang nur die Verschlimmerung verlangsamen oder ggf. auch stoppen, nicht aber vorhandene Gesichtsfeldausfälle rückgängig machen. Alle Ärzte, die etwas Gegenteiliges behaupten, z.B. durch Spritzen in die Augen, Akupunktur oder Elektroimpuls-Behandlung können für die Wirksamkeit ihres Vorgehens keine wissenschaftlich anerkannten Studien vorlegen.

Gibt es eine Reha für Gesichtsfeldeinschränkung/Drusenpapillen?

Im Vergleich zur Vielzahl von Reha-Kliniken z.B. für orthopädische oder psychosomatische Patienten gibt es nur wenige Kliniken, die sich der Augenrehabilitation verschrieben haben und für Patienten mit Gesichtsfeldeinschränkung besonders empfohlen werden können.

Genannt werden kann hier z.B.:

(Per Stand 8/2022 teilt die Fachklinik Sonnenhof mit, aktuell keine Augenpatienten mehr anzunehmen)

Der Regel-Patient in solchen Kliniken ist im Falle der Gesichtsfeldeinschränkung jedoch der Patient, bei dem es durch einen Schlaganfall zu einem Gesichtsfeldausfall gekommen ist. Drusenpapillen-Patienten sind auch in Augen-Reha-Kliniken eher die Ausnahme. Eine Heilung kann auch hier nicht erfolgen, allerdings gelingt es häufig, dass die Patienten besser lernen, mit dem Gesichtsfeldausfall umzugehen. Durch bestimmte Techniken treten Kopfschmerzen und Ermüdung dann ggf. erst später auf.

Kann eine Brille bei Gesichtsfeldausfällen helfen?

Bei bestimmten Gesichtsfeldausfällen können Spezialbrillen das Gesichtsfeld wieder erweitern. Mit einem Peli Lens Glas kann z.B. bei Schlaganfallpatienten das Gesichtsfeld wieder um bis zu 30% erweitert werden. Der Harvard Professor Dr. Eli Peli hat solche Gläser entwickelt. Bei Gesichtsfeldausfällen durch Drusenpapillen sind die Gläser meist nicht einsetzbar. Überdies werden die Gläser als ästhetisch unschön empfunden. Da bei Drusenpapillen häufig die Gesichtsfeldausfälle ungleich verteilt sind, lässt sich eine Korrektur – im Gegensatz zum Schlaganfall-Patienten – meist nicht zielführend mit der Brille erreichen.

Was sollten Patienten mit Drusenpapillen tun?

Regelmäßig sollte der Augeninnendruck überprüft werden. Dieser sollte unter 20 sein. Die meisten Augenärzte verschreiben bei Drusenpapillen Augeninnendruck-senkende Tropfen, die mindestens 2x am Tag genommen werden müssen. Das Gesichtsfeld sollte mindestens 1x im Jahr kontrolliert werden.

Die optische Kohärenztomographie zur Überprüfung der Dicke der Nervenfaserschicht wird empfohlen. Sorgsam sollte beobachtet werden, ob sich nicht Begleiterkrankungen wie z.B. Retinitis Pigmentosa bilden. Durch die Augentropfen wird die mechanische Belastung der Papillen-Fasern verringert.

Welche Ernährung empfiehlt sich bei Drusenpapillen?

Fragt man Augenärzte nach der richtigen Ernährung, erhält man als erstes häufig die Antwort „Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse“. Besonders sollte man auf die ausreichende Zufuhr folgender Stoffe achten:

  • Lutein
  • Xeaxanthin

Im Regelfall wird man diese als Nahrungsergänzungsmittel zu sich führen. Beide Stoffe befinden sich auch in der Makula und bilden das Makulapigment. Sie erscheinen gelb und filtern das blaue Licht. Den beiden Stoffen wird der Schutz vor freien Radikalen zugeschrieben. Professor Wolfgang Behrens-Baumann, vormals Direktor der Augenklinik Magdeburg hat dies 2008 bereits festgestellt.

In Studien wurde überdies festgestellt, dass eine mediterrane Ernährung das Wachstum der Drusen reduziert. Damit ist eine Kost gemeint, die auf folgenden Bestandteilen aufbaut:

  • Fisch und Meeresfrüchte: 2 x die Woche oder öfter
  • täglich: Gemüse, Früchte, Vollkornprodukte, Olivenöl, Bohnen, Nüsse, Hülsenfrüchte und Samen, Kräuter und Gewürze
  • nur 1x die Woche: kleine Portionen von Eiern, Käse, Joghurt, Geflügel
  • Seltener als 1x die Woche: Süßigkeiten und sonstiges Fleisch
  • täglich: Wasser trinken

Eine Studienzusammenfassung dazu findet sich u.a. hier: Retina-Specialist

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Helfen Spritzen in die Augen?

Für viele eine unvorstellbare Anwendung und doch immer wieder praktiziert: Das Spritzen in die Augen. Die intravitreale Injektion von VEGF-Hemmern soll Gefäße abdichten und wird direkt in den Glaskörperraum injiziert. Erst nach mehreren Injektionen ist meist ein Ergebnis feststellbar. Die zugrundeliegende Ursache wird dadurch meist jedoch nicht beseitigt, manchmal gelingt es, die Sehfähigkeit auf dem jeweiligen Niveau zu halten. Das Spritzen in die Augen wird als unangenehm empfunden. Bei Drusenpapillen gibt es keine gesicherten Studien zur Wirksamkeit. Angewendet wird die Injektion daher im Wesentlichen bei der feuchten Form der altersabhängigen Makuladegeneration, häufig kurz als AMD bezeichnet. Informationen zu der Technik gibt es z.B. bei der Universitätsklinik Düsseldorf.

Welcher Augeninnendruck sollte angestrebt werden?

Ein zu hoher Augeninnendruck kann zu vielerlei Schäden im Auge führen. Studien in Vergleichsgruppen bei Drusenpapillen haben gezeigt, dass bei derjenigen Gruppe, bei der der Druck niedrig gehalten wird, die Verschlimmerung der Gesichtsfeldausfälle verlangsamt werden kann. Als normal gilt ein Augeninnendruck von ca. 15,5 mmHg. Werte zwischen 10 und 20 gelten als unbedenklich. Werte über 20 sollten bei Drusenpapillen vermieden werden. Der Augenarzt kann schnell und leicht mit einem Tonometer den Druck messen. Der Augeninnendruck (intraokulärer Druck) ist am Morgen und gegen Mitternacht meist am höchsten, was aber normal ist. Ursachen für zu hohen Augeninnendruck sind meist eine zu hohe Kammerwasserproduktion oder aber ein gestörter Abfluss des Kammerwassers. Ist der Kammerwasser-Abfluss (Schlemmkanal) verstopft, kommt es häufig zum Glaukom, bzw. Grünen Star.

Studien zu Drusenpapillen und Gesichtsfeldausfällen

Weitergehende Informationen zu Studien in Zusammenhang mit Drusenpapillen und dem einhergehenden Gesichtsfeldausfall findet man z.B. hier:

Wo wird zu Drusenpapillen besonders intensiv geforscht?

Auch wenn Drusenpapillen heute noch als unheilbar gelten, wird an verschiedenen Universitäten weltweit zum Thema intensiv geforscht. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass es früher oder später möglich sein wird, Drusenpapillen zu therapieren, bzw. zu beseitigen.

Besonders intensiv geforscht wird z.B. hier:

In Kopenhagen werden Studien zu Drusenpapillen zusammengeführt und Ärzte aus der ganzen Welt beteiligen sich am Informationsaustausch. Deutsche Ärzte sind dort jedoch unterrepräsentiert.

Gibt es in Amerika schon eine Behandlung gegen Drusenpapillen?

Augenärzte-Verbände in USA konstatieren auch, dass es bislang keine nachgewiesen erfolgreiche Behandlung dagegen gibt. Lediglich der Augendruck-Minimierung spricht man einen Erfolg zu, siehe auch EyeWiki. International wird die Erkrankung Optic Disc Drusen genannt.

Von BSF

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