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Ist Eiweißbrot wirklich gesund und macht es schlank?

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Written by BSF

Bäckereien loben es in den Himmel und Anhänger der Low Carb Diät machen es zum festen Bestandteil ihrer Ernährung, doch was taugt Eiweißbrot wirklich? Ist es gesünder als anderes Brot? Macht es schlank? Hilft Eiweißbrot beim Abnehmen?

Der Versuch einer Annäherung:

Die Idee hinter dem Eiweißbrot:

Typischerweise besteht ein Brot größtenteils aus Kohlenhydraten und die sind für das Dickwerden verantwortlich. Dies sehen z.B. auch die Verfechter der Atkins-Diät so. Reduziert man die Einnahme von Kohlenhydraten, so ist der Körper gezwungen, zunächst die körpereigenen Fettdepots anzuzapfen und Abnehmen wird so leichter. Dies ist Grundgedanke der Low-Carb-Fans. Manche Menschen haben aber trotzdem abends Hunger und können dann nicht nur kohlenhydratfreies Wasser trinken, sollen essen abends typischerweise ein Brot mit einem Belag. Für diese Menschen wurde das Eiweißbrot erfunden, welches viel weniger Kohlenhydrate als ein klassisches Weizenbrot hat.

Drastisch weniger Kohlenhydrate im Eiweißbrot

Richtig ist, dass die meisten Eiweißbrote deutlich weniger Kohlenhydrate enthalten als ein klassisches Brot. Enthält z.B. ein klassisches Roggen-Vollkornbrot gerne auch schon einmal 40 Gramm Kohlenhydrate pro 100 Gramm Brot, kommen Eiweißbrote in der Tat nur auf zumeist 4 bis 7% Kohlenhydratanteil. Bei Produkten, die pro 100 Gramm Produkt unter 10 Gramm Kohlenhydratanteil haben, spricht man von Low Carb Produkten, die für eine Low-Carb-Ernährung mit dem Ziel der Gewichtsabnahme besonders geeignet sind.

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Nur 5 Gramm Kohlenhydrate hat dieses typische Eiweißbrot aus einem Supermarkt – statt sonst 30-50 Gramm

 

Was sind die Hauptbestandteile eines Eiweißbrotes?

Typische Hauptbestandteile eines Eiweißbrotes sind pflanzliches Eiweiß, z.B. Soja-, Weizen oder Lupineiweiß, zusätzlich häufig Sojaschrot, Leinsaat, Sojamehl, Speisekleie und manchmal auch Apfelfasern. Ein typischer Eiweißanteil eines Eiweißbrotes sind 25 bis 30%. Damit steht es auch auf dem Speiseplan vieler Bodybuilder, wenn es um Muskelaufbau geht.

 

Häufig mehr Fett im Eiweißbrot

Allerdings muss man beim Eiweißbrot aufpassen, dass man nicht zuviel Fett zu sich nimmt, denn häufig ist der Fettanteil eines Eiweißbrotes deutlich höher als bei vergleichbaren Broten. Ein höherer Fettanteil ist für den Bäcker häufig erforderlich, um die Struktur des Brotes zu erhalten. Mit 10 bis 15% Fettanteil ist das Eiweißbrot häufig drei- bis 10x fetter als ein übliches Brot. Der Brotesser muss also nach wie vor auf die Gesamtkalorienzahl am Tag und das Gesamtfett achten, welches er zu sich nimmt. Durch den hohen Fettanteil steigt natürlich auch die Kalorienanzahl eines Brotes. Während übliche Mehrkornbrote pro 100 Gramm Brot häufig um die 220 Kilokalorien aufweisen, haben Eiweißbrote in der Regel zwischen 250 und 300 Kilokalorien pro 100 Gramm Brot.

Wie beurteilen Ernährungsexperten das Eiweißbrot?

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung sieht für die Wirkungsweise einer Insulin-Trennkost oder Low-Carb-Diät  keinen wissenschaftlichen Beweis, lobt aber, dass das Eiweißbrot i.d.R. aus pflanzlichem Eiweiß besteht. Zusatzstoffe im Brot könnten natürlich Allergien auslösen, hier lohnt ein Blick auf die Zutatenliste. Mit einer Low-Carb-Diät würde man nur anfangs gut abnehmen, dann besteht die Gefahr der Gewichtszunahme, weil sich der Erfolg nicht halten lasse.

Zu viel Eiweiß kann die Nieren belasten

Mit einer Eiweißdiät sollte man es auch nicht übertreiben, weil zuviel Eiweiß auch die Nieren belasten kann. Man sollte auf keinen Fall mehr als 2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht am Tag zu sich nehmen, – zumindestens nicht auf Dauer. Ein 80-Kilogramm-Mann sollte also nicht mehr als 160 Gramm Eiweiß am Tag zu sich nehmen. 100 Gramm Eiweißbrot können auch schon mal 40 Gramm Protein enthalten.

Gluten-Anteil im Eiweißbrot beachten

Einige Eiweißbrote enthalten auch Gluten. Wer über eine Gluten-Unverträglichkeit verfügt, sollte das meiden. Das sind aber nur die wenigsten Bundesbürger. Gluten ist ein Kleber-Eiweiß aus Getreide und damit Hauptbestandteil vieler Eiweißbrote.

 

Rezept Eiweißbrot selber machen?

Ein Eiweißbrot kann man grundsätzlich natürlich auch selber machen. Man nehme z.B. folgende Zutaten:

  • 4 Eier
  • 200 Gramm Quark der Magerstufe (Magerquark)
  • 50 Gramm Leinsamenschrot
  • 50 Gramm gemahlene Sonnenblumenkerne
  • 50 Gramm gemahlene Mandeln
  • 1 Päckchen Backpulver
  • Salz
  • Kümmel

Backanleitung Eiweißbrot:

  1. Zunächst Quark und Eier sorgfältig miteinander verrühren
  2. Leinsamen, Sonnenblumenkerne und Mandeln nach und nach einrühren
  3. Backpulver einrühren
  4. Eine Prise Salz und 1 Teelöffel Kümmel einrühren
  5. Brotform mit Backpapier auslegen und Teig einfüllen (optimal: Kastenform)
  6. Umluftherd auf 180 Grad Celsius / alte Herde auf 200 Grad einstellen
  7. 50 Minuten backen

Dieses Eiweißbrot ist dann auch glutenfrei.

 

Wo gibt es Eiweißbrot?

Jede moderne Bäckerei führt mittlerweile Eiweißbrot, auch die Supermärkte und Discounter haben preiswerte Angebote. Wer die Regale einmal durchschaut, wird das Eiweißbrot fast überall finden. In Bäckereien, die das Eiweißbrot lose verkaufen, auf jeden Fall nach der Zutatenliste fragen. Diese liegt entweder aus oder kann zur Einsicht übergeben werden. Bei fertig verpacktem Eiweißbrot im Supermarkt/Discounter ist die Zutatenliste und Nährwerttabelle auf der Verpackung abgedruckt. Der Kohlenhydratanteil sollte unter 10g von 100g Brot sein und der Fettanteil bei höchstens 15%.

 

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Auch die Discounter bieten mittlerweile Eiweißbrot an – hier das Lieken-Eiweißbrot des Discounters ALDI

 

 

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