Die anhaltende Trockenheit in Südbaden setzt nicht nur dem Rhein zu – auch in Höhenlagen des Schwarzwalds wird die Trinkwasserversorgung knapp. Der Energieversorger Badenova bereitet sich für Gemeinden wie St. Peter und Hofsgrund bereits auf den Ernstfall vor: die Anlieferung von Trinkwasser per Tanklaster.
Die Lage in Kürze
Nach Medienberichten könnte es in Orten wie St. Peter oder Hofsgrund knapp mit dem Trinkwasser werden, sollte die Trockenperiode noch etwa zwei weitere Wochen ohne nennenswerten Regen andauern. Badenova Netze, der größte Wasserversorger Südbadens, bereitet sich für diesen Fall bereits auf eine Notfalllieferung von Trinkwasser mit Tanklastern in den betroffenen Höhenlagen vor.
Wichtig für die Einordnung: Es handelt sich bislang um eine vorsorgliche Maßnahme, nicht um einen bereits eingetretenen Versorgungsausfall. Weder aus St. Peter noch aus Hofsgrund liegen Meldungen über eine akute Unterbrechung der Wasserversorgung vor.
Warum sind gerade Höhenlagen betroffen?
St. Peter im Schwarzwald liegt rund 14 Kilometer östlich von Freiburg im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, auf einer Höhe von 716 Metern, und hat etwa 2.700 Einwohner. Wie viele Gemeinden im Hochschwarzwald bezieht der Ort sein Trinkwasser überwiegend aus lokalen Quellen.
Diese Quellen reagieren bei anhaltender Trockenheit deutlich empfindlicher als große Wasserwerke im Rheintal. Zum Vergleich: In Lahr etwa stammt das Trinkwasser nur zu rund 60 Prozent aus Schwarzwaldquellen, die restlichen 40 Prozent kommen aus Tiefbrunnen im Rheintal und im Kaiserstuhl-Gebiet – eine Mischung, die Schwankungen besser abfedert. Reine Höhenlagen-Gemeinden ohne einen solchen Zugang zu ergiebigeren Grundwasserquellen sind bei fehlendem Regen entsprechend schneller im kritischen Bereich.
Badenova selbst versorgt als größter Wasserversorger Südbadens täglich rund 678.000 Menschen mit Trinkwasser, betreibt in Freiburg und Lahr eigene Wasserwerke als Vollversorger und ist darüber hinaus in zwei Konzessionsgebieten sowie 47 weiteren Kommunen als Betriebsführer für die Wasserversorgung zuständig.
Die größere Trockenheits-Lage in der Region
Die mögliche Trinkwasserknappheit in St. Peter steht nicht isoliert da, sondern ist Teil einer breiteren Trockenheitslage, die derzeit ganz Südbaden und darüber hinaus betrifft:
- Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) meldet für den Berichtszeitraum Ende Juli/Anfang August 2026 an vielen Pegeln bereits unterschrittene historische Tiefststände bei deutschen Flüssen – da flächendeckende Niederschläge ausbleiben, wird mit einer weiteren Verschärfung gerechnet.
- Am Rhein wurde am Pegel Kaub diese Woche mit 24 Zentimetern ein neuer historischer Tiefstwert gemessen, ein Zentimeter unter dem bisherigen Rekord vom Oktober 2018. Auch in Köln, Düsseldorf und Duisburg wurden ähnliche Rekordtiefstände registriert.
- Die Prognosen für die kommenden Tage sehen laut BfG lediglich regional begrenzte Schauer und Gewitter vor, die keine nachhaltige Entspannung der Wasserführung bringen dürften.
Diese anhaltende Hitze- und Trockenperiode ist der gemeinsame Auslöser sowohl für die Probleme in der Rheinschifffahrt als auch für die angespannte Lage bei den Quellwasser-Vorkommen im Schwarzwald.
Was Badenova plant
Für den Fall, dass die lokalen Quellen in Höhenlagen wie St. Peter oder Hofsgrund nicht mehr ausreichen, bereitet Badenova Netze eine Notfallversorgung per Tankwagen vor. Diese Vorgehensweise ist ein etabliertes Instrument der Wasserversorger in Trockenperioden und kommt in deutschen Höhenlagengemeinden in ausgeprägten Dürresommern immer wieder zum Einsatz.
Zu genauen Zeitplänen oder einer möglichen bereits laufenden Anlieferung liegen aktuell keine bestätigten Informationen vor. Die Situation ist stark witterungsabhängig: Ergiebiger Regen in den kommenden Tagen könnte die Lage rasch entspannen, während eine Fortsetzung der Trockenheit die vorbereiteten Maßnahmen tatsächlich notwendig machen könnte.
Einordnung
Aktuell droht St. Peter also kein akuter Trinkwassernotstand – aber die Gemeinde und andere Höhenlagenorte im Hochschwarzwald bewegen sich bei anhaltendem Regenmangel auf eine kritische Marke zu. Badenovas Vorbereitung auf Tanklaster-Lieferungen zeigt, dass der Versorger die Lage ernst nimmt und frühzeitig Vorsorge trifft, statt abzuwarten.
Für Anwohner in St. Peter, Hofsgrund und vergleichbaren Gemeinden lohnt sich in den kommenden Wochen ein Blick auf die offiziellen Mitteilungen von Badenova sowie der jeweiligen Gemeindeverwaltung, um über etwaige Einschränkungen oder Aufrufe zum Wassersparen informiert zu bleiben.
Symbolbild: KI

