Nachdem sich einige Besucherinnen diskriminiert gefühlt hatten, hat die Freiburger Regio Bäder GmbH nun in ihre Haus- und Badeordnung eine ausdrückliche Erlaubnis für Burkinis und Schwimmröcke aufgenommen.
Voraussetzung (wie für alle Badebekleidung):
- aus geeigneten Stoffen – ohne Baumwollanteil
- enganliegend
Genau heißt es in den Bedingungen unter Punkt III nun:
In den Bädern ist Badekleidung aus geeigneten Badetextilien ohne Baumwollanteil zu tragen. Hierzu zählen Sonnenschutz-Badetextilien, sowie auch enganliegende Burkinis und Baderöcke. Das Tragen von längerer Badekleidung (Baderöcke, Burkinis) erfolgt auf eigene Gefahr, da insbesondere bei einer Länge über das Knie die Bewegungsfreiheit im Wasser eingeschränkt sein kann. Das Tragen von Unterwäsche unter jeglicher Badebekleidung ist nicht gestattet. Primäre Geschlechtsmerkmale müssen mit geeigneter Badebekleidung bedeckt werden. Babys und Kleinkinder haben in allen Schwimmbecken eine Badehose oder Badewindel zu tragen. Das Betreten der Bade- und Barfußbereiche mit Straßenbekleidung ist in den Bädern nicht gestattet.
Haus- und Badeordnung – Regio Bäder
Damit möchte man ausdrücklich auch Badegäste willkommen heißen, die aus religiösen, kulturellen oder anderen Gründen nicht in sonst üblichen Badeanzügen oder Bikinis das Bad betreten wollen.
Warum ist in vielen Schwimmbädern Badebekleidung aus Baumwolle nicht erwünscht?
1. Baumwolle saugt Wasser auf statt es abzuweisen
Baumwollfasern nehmen große Mengen Wasser auf und quellen dabei auf. Das führt dazu, dass die Kleidung schwer wird, ausleiert und ihre Form verliert – bei Badehosen kann das sogar so weit gehen, dass sie rutschen.
2. Flusen und Fasern belasten die Filteranlage
Baumwolle verliert im Wasser Fasern und Flusen. Diese setzen sich in den Filteranlagen der Schwimmbäder fest und können sie verstopfen oder zumindest die Filterleistung deutlich verschlechtern. Bäder mit aufwendiger Wasseraufbereitung wollen das vermeiden, weil es Wartungsaufwand und Kosten verursacht.
3. Hygiene- und Nährboden-Problem
Weil Baumwolle Feuchtigkeit speichert statt sie abzugeben, bleibt sie lange nass. Das schafft ein feuchtwarmes Milieu, in dem sich Bakterien und Keime leichter vermehren können – sowohl im Stoff selbst als auch potenziell im Beckenwasser.
4. Waschmittelrückstände
Baumwollkleidung (z. B. normale Unterwäsche oder T-Shirts, die manche als Badekleidung zweckentfremden) kann Rückstände von Waschmitteln, Weichspülern oder Hautpartikeln enthalten, die eher ausgewaschen werden als bei speziellem, dichter gewebtem Badestoff.
Deshalb wird empfohlen:
Synthetische Materialien wie Polyester, Polyamid (Nylon) oder Elasthan, die speziell für Badebekleidung entwickelt wurden. Sie nehmen kaum Wasser auf, trocknen schnell, geben keine Fasern ab und behalten ihre Form.
Das ist übrigens auch der Grund, warum viele Bäder explizit „keine Alltagskleidung, nur Badebekleidung“ fordern – es geht nicht nur um Baumwolle, sondern generell um Materialien, die nicht für den Schwimmbadgebrauch gedacht sind.
Symbolbild: KI
