Tatverdächtiger identifiziert
Ein Wochenende voller Feierlaune und queerem Protest ist in Berlin auf tragische Weise zu Ende gegangen. Beim Christopher Street Day (CSD) wurde die Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor am späten Samstagabend abrupt abgebrochen, nachdem im südlichen Bereich des Tiergartens ein Auto in eine Menschenmenge gefahren war.
Was bisher bekannt ist
Nach Polizeiangaben lenkte der Fahrer eines weißen Wagens (Citroen Space Tourer) sein Fahrzeug in Höhe der Lennéstraße in den Tiergarten und erfasste dabei mehrere Menschen, bevor er gegen einen Baum prallte. Anschließend flüchtete der oder die Tatverdächtige zu Fuß. Eine zunächst reanimierte Person verstarb später, mindestens 15 weitere wurden verletzt. Über Hintergrund oder Identität des Täters war anfangs nichts bekannt; die Polizei richtete Zeugensammelstellen ein und erklärte weite Teile des Tiergartens zum Tatort.
Täter wohl identifiziert
Die Polizei konnte mittlerweile den Anmieter des weißen Minivans identifizieren, mit dem die Menschen umgefahren worden sind. Der polizeibekannte Mann wird der islamistischen Szene zugerechnet. Es handelt sich um den 21-jährigen Abdul Ballout. Dessen Handy wurde auch im zurückgelassenen Tatfahrzeug aufgefunden.
Noch in der Nacht wurde seine Wohnung in der Berliner Bissingzeile und die von Verwandten durchsucht, wo er allerdings nicht angetroffen wurde. Die Polizei hat mittlerweile eine Fahndung nach ihm ausgelöst. Nach Medieninformationen sei er erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen worden.

Täterbeschreibung:
- ca. 1,90m groß
- schlanke Statur
- schwarze Haare
- zuletzt: schwarzer Hoodie u. weiße Hose
Zeugen berichten, dass es zu Stichverletzung nach dem Verlassen des Fahrzeugs gekommen ist. Ein Täter hätte mit einem Messer oder einer Machete herumgefummelt und damit wohl auch Menschen verletzt.
Bereits kurz nach der Tat wurde das Publikum vor dem Brandenburger Tor per Lautsprecher- und Bühnendurchsage zur Evakuierung aufgefordert. Auf der Videoleinwand erschien in Großbuchstaben die Aufforderung, den Bereich in Richtung Brandenburger Tor zu verlassen – ausdrücklich nicht in Richtung Tiergarten oder Siegessäule. Auch der Potsdamer Platz sollte gemieden werden. Der CSD-Vorstand betrat währenddessen die Bühne, auf der eigentlich eine Michael-Jackson-Show lief, und beendete die Veranstaltung vorzeitig.
Über dem Tiergarten kreisten in der Folge Polizeihubschrauber, teils mit Suchscheinwerfern, zusätzlich waren Drohnen im Einsatz. Vor dem Reichstag wurde ein provisorischer Landeplatz eingerichtet. Auf den umliegenden Straßen suchten viele Besucherinnen und Besucher noch Stunden später nach Freunden und Angehörigen, während sich der Menschenstrom langsam Richtung Hauptbahnhof auflöste.
Ein Fest, das lange gut lief
Bis zu dem Vorfall hatten laut Veranstalterangaben Hunderttausende Menschen in Berlin gefeiert und für queere Rechte demonstriert. Auf der Bühne am Brandenburger Tor traten unter anderem die Popkünstlerin Luna sowie die Rapperin Ebow auf, bevor am Abend Sarah Connor als Hauptact das Publikum begeisterte. Zuvor waren Peter Plate und Ulf Leo Sommer mit dem Stonewall Award für ihr Lebenswerk geehrt worden. Auch ein Softair-Angriff auf Teilnehmende aus einer Wohnung heraus hatte den Tag bereits überschattet, blieb aber ohne schwere Verletzte.
Ermittlungen laufen
Die Polizei fahndet weiterhin mit Hochdruck nach dem oder den Tatverdächtigen. Ob es sich um einen gezielten Angriff oder einen Unfall handelt, ist derzeit offen. Aufgrund des Hintergrunds des Fahrzeuganmieters geht man von einem islamistischen Anschlag aus. Die Ermittlungen dauern an, weitere Informationen werden erwartet.
Was ist über den tatverdächtigen Abdul Ballout bekannt?
- Es handelt sich um einen 2005 in Berlin geborenen Mann, der libanesischen Migrationshintergrund hat
- 2025 wollte er nach Syrien ausreisen, um sich der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ anzuschließen, wurde aber im Libanon festgenommen und wegen seiner deutschen Staatsbürgerschaft nach Berlin „zurückgeführt“
- Er wurde vom Amtsgericht in Berlin-Tiergarten bereits zu einem Jahr und 10 Monaten Haft wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verurteilt, die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein
- Er wurde in der Vergangenheit bereits observiert, es kam auch mindestens 1x zu einer Wohnungsdurchsuchung (nachdem er eine Waffe im Internet postete)
- Auch Telefonüberwachung fand wohl statt
- in Social Media Posts hatte er die Unterstützung für eine Terrorgruppe erklärt
- Man hatte ihn zu Gesprächsterminen zur Deradikalisierung eingeladen, ob er seinen nächsten Termin am 27.Juli 2026 wahrnimmt, gilt als eher unwahrscheinlich
- Die Polizei zählt ihn zur gewaltbereiten islamistischen Szene in Berlin
- polizeibekannt ist er u.a. wegen schwerer Körperverletzung und räuberischer Erpressung
- Seine Mutter wurde 2002 eingebürgert
Gab es einen zweiten Täter/Mittäter?
Bei dem Tatfahrzeug, welches durch einen Baum gestoppt wurde, lösten beide Airbags aus: Der auf der Fahrerseite und auch der auf der Beifahrerseite. Dies weckte bei der Polizei die Vermutung, dass er einen Mitfahrer gehabt haben könnte. In Berlin wurde zwischenzeitlich ein Mann mit iranischer Staatsangehörigkeit festgenommen, der in Zusammenhang mit der Tat stehen soll. Die Polizei geht davon aus, dass er als Beifahrer mit im Tatfahrzeug saß.
Update vom 26.7.2026, 21 Uhr: Täter erschossen
Am Sonntag hat die Polizei den Tatverdächtigen in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau aufgespürt und erschossen, siehe: Bericht von Freiburg-Nachrichten

1 Gedanken zu „CSD in Berlin abgebrochen: Fahrer rast in Menschenmenge mind. 1 Toter“
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