Ermittlungen gegen Bahnmitarbeiter
Freiburg, 15. Juli 2026. Am Mittwochmittag ist rund 300 Meter südlich des Freiburger Hauptbahnhofs bei einer Rangierfahrt ein Triebfahrzeug der Südwestdeutschen Landesverkehrs-GmbH (SWEG) entgleist. Die wichtige Rheintalstrecke musste daraufhin in Richtung Süden auf beiden Gleisen gesperrt werden. Der Vorfall sorgt seit den Mittagsstunden für erhebliche Einschränkungen im Zugverkehr rund um Freiburg.
Was ist passiert?
Nach Angaben der Bundespolizei sprang der Triebkopf eines SWEG-Talent-Zuges gegen 12:05 Uhr im Bereich einer Weiche aus den Gleisen, während dieser rangiert wurde. Der Vorfall ereignete sich auf einer Brücke südlich des Hauptbahnhofs. Ein Teil des Doppelzuges konnte noch abgekoppelt und zurück in den Hauptbahnhof gefahren werden – der entgleiste Zugteil blieb vor Ort liegen.
Zum Glück ist bei dem Unfall niemand zu Schaden gekommen: Reisende befanden sich zum Zeitpunkt der Rangierfahrt keine im Zug, und auch der Triebfahrzeugführer blieb unverletzt.
Ermittlungen gegen Bahnmitarbeiter eingeleitet
Die Bundespolizei hat gegen einen Mitarbeiter der Deutschen Bahn Ermittlungen wegen des Verdachts der Gefährdung des Bahnverkehrs eingeleitet. Nähere Details zu den Hintergründen wurden zunächst nicht mitgeteilt. Auch ein Sprecher der SWEG erklärte, man könne zur genauen Ursache des Vorfalls derzeit noch nichts sagen – zunächst müsse der betroffene Zug untersucht und abtransportiert werden, bevor der Netzbetreiber Infra-Go der Deutschen Bahn die Gleise auf mögliche Schäden prüfen kann.
Bergungsarbeiten laufen – Spezialfahrzeug aus Karlsruhe
Für die Bergung des entgleisten Zugteils wurde ein Spezialfahrzeug aus Karlsruhe angefordert, das am späteren Nachmittag laut Bundespolizei allerdings noch nicht in Freiburg eingetroffen war. Ein SWEG-Sprecher rechnete zunächst damit, dass das Aufgleisen des Zuges sechs bis sieben Stunden in Anspruch nehmen werde. Die Deutsche Bahn ging zunächst davon aus, dass die Sperrung bis zum Mittwochnachmittag beziehungsweise bis zum Tagesende andauern würde. Inzwischen nennt die Streckeninformation von DB Strecken.info als Prognose jedoch den 16. Juli bis Tagesende – ob die Strecke tatsächlich so lange eingeschränkt bleibt, ist derzeit noch offen.
Auswirkungen auf den Bahnverkehr
Die Sperrung traf/trifft vor allem den Fernverkehr:
- Freiburg Hauptbahnhof kann von Fernverkehrszügen derzeit nicht angefahren werden. Als neuer Start- und Zielbahnhof für Fernzüge auf der Rheintalstrecke dient stattdessen der Bahnhof Denzlingen im Kreis Emmendingen.
- Zwischen Freiburg und Denzlingen sowie zwischen Freiburg und Bad Krozingen wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.
- Züge der Linie RE 7 werden ohne Halt in Freiburg umgeleitet.
- Züge aus Richtung Basel beginnen und enden vorerst in Bad Krozingen, von dort aus fahren Regionalbahnen weiter Richtung Süden.
- Die RB 26 aus Richtung Offenburg kann den Freiburger Hauptbahnhof weiterhin anfahren und dort wenden.
- Einzelne ICE-Verbindungen erhalten Denzlingen als Ersatzhalt, andere Fernzüge – etwa Richtung Berlin, Hamburg, Basel, Chur, Interlaken oder Brig – fielen am Mittag zunächst komplett aus.
Die S-Bahnen verkehren nach Angaben der Bahn planmäßig, allerdings kommt es auch hier teilweise zu Verspätungen. Reisende sollten ihre Verbindung kurz vor Abfahrt in der Navigator-App oder auf bahn.de prüfen, da es weiterhin zu Verspätungen und Teilausfällen auf der Rheintalbahn kommt.
Auch hier sieht man Abfahrten/Ankünfte in Freiburg: Hauptbahnhof Freiburg Timetable
Ausblick
Wie lange die Sperrung der Rheintalstrecke südlich von Freiburg letztlich andauert, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Sobald der entgleiste Zugteil geborgen ist, muss zunächst die Infrastruktur auf mögliche Schäden untersucht werden, bevor der reguläre Zugverkehr wieder aufgenommen werden kann.
Foto: BSF

