+5,4% – aber auf 3 Jahre verteilt
Nach zähen Verhandlungen und mehreren Warnstreiktagen ist der Tarifkonflikt an den vier baden-württembergischen Unikliniken beendet. Arbeitgeber und die Gewerkschaft Verdi haben sich heute auf ein neues Tarifergebnis geeinigt – ein Ergebnis, das sowohl für die Beschäftigten als auch für Patientinnen und Patienten spürbare Folgen hat.
Worum ging es?
Betroffen sind die Unikliniken in Freiburg, Heidelberg, Ulm und Tübingen. Rund 26.000 Beschäftigte an diesen vier Häusern erhalten in drei Schritten insgesamt 5,4 Prozent mehr Gehalt. Bevor die Einigung in Kraft treten kann, müssen allerdings noch die zuständigen Gremien auf beiden Seiten zustimmen.
Der Verhandlung war ein längerer Konflikt vorausgegangen. Verdi hatte ursprünglich ein Plus von 7,5 Prozent gefordert, mindestens jedoch 320 Euro zusätzlich pro Monat für die Beschäftigten. Für Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten sollte es monatlich 250 Euro mehr geben. In der zweiten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber ein Angebot mit einer Einmalzahlung von 400 Euro und einer Gehaltssteigerung von 4,75 Prozent in drei Schritten vorgelegt, verbunden mit einer gewünschten Laufzeit von 32 Monaten.
Warnstreiks als Druckmittel
Um den Verhandlungen Nachdruck zu verleihen, hatten die Beschäftigten vor der entscheidenden dritten Verhandlungsrunde mehrere Tage lang die Arbeit niedergelegt. Die Folgen waren im Klinikalltag deutlich spürbar: Zahlreiche Operationssäle mussten zeitweise geschlossen bleiben, Patientinnen und Patienten mussten sich auf längere Wartezeiten einstellen.
Die Details der Einigung
Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 27 Monaten haben. Die Entgelterhöhung ist in drei Stufen gestaffelt:
- Ab 1. Oktober: 2,8 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 100 Euro
- Ab 1. Dezember 2027: weitere 1,3 Prozent
- Ab 1. Juli 2028: noch einmal 1,3 Prozent
Auch die Auszubildenden profitieren: Sie erhalten in ebenfalls drei Schritten insgesamt 120 Euro mehr im Monat.
Ein wichtiger Punkt für die Beschäftigten: Zwei Forderungen der Arbeitgeberseite konnten abgewehrt werden. Weder die Möglichkeit einer 45-Stunden-Woche noch eine Koppelung der Jahressonderzahlung an die Anzahl der Krankheitstage wurden Teil des Abschlusses.
Was bedeutet das für Freiburg?
Für die Beschäftigten der Uniklinik Freiburg bedeutet die Einigung zunächst Planungssicherheit über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren. Für Patientinnen und Patienten in der Region dürfte vor allem eines zählen: Mit dem Ende des Tarifkonflikts entfällt die Gefahr weiterer Warnstreiks – und damit auch das Risiko erneuter Wartezeiten oder verschobener Operationstermine.
Ob die Gremien beider Seiten dem Ergebnis final zustimmen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
