Datenpanne in Freiburg: Hacker stehlen Patientendaten vom Uniklinikum
Das Universitätsklinikum Freiburg ist Opfer eines schwerwiegenden Datenlecks geworden – auch wenn der Angriff selbst nicht das Klinikum direkt traf, sondern einen externen Dienstleister. Rund 54.000 Patientinnen und Patienten sind betroffen. Was genau gestohlen wurde, was das Uniklinikum jetzt unternimmt – und was Betroffene tun sollten.
Was ist passiert?
Im April 2026 wurde das Universitätsklinikum Freiburg darüber informiert, dass ein externer Dienstleister Opfer eines Cyberangriffs geworden ist. Dabei gelang es unbekannten Angreifern, auf Daten zuzugreifen, die das Klinikum zuvor an diesen Dienstleister übermittelt hatte. Der Zugriff hat wohl bereits am 14.April 2026 stattgefunden.
Betroffen sind für die Uniklinik Freiburg ausschließlich Patientinnen und Patienten, die privat versichert sind oder ihre Behandlung als Selbstzahler beglichen haben – insgesamt rund 54.000 Personen.
Welche Daten wurden gestohlen?
Die gestohlenen Daten umfassen in erster Linie sogenannte Stammdaten, also:
- Namen
- Geburtsdaten
- Adressen
In etwa 900 Fällen wurden darüber hinaus Rechnungsdaten abgegriffen, die auch Informationen zu Diagnosen und durchgeführten Behandlungen enthalten können. Das ist besonders heikel, denn medizinische Daten gehören zu den sensibelsten persönlichen Informationen überhaupt.
In einer kleinen Anzahl von Fällen sind zusätzlich Kontodaten betroffen.
Wie hat das Universitätsklinikum Freiburg reagiert?
Sobald der Vorfall bekannt wurde, handelte das Uniklinikum konsequent: Die Datenübertragung an den betroffenen Dienstleister wurde sofort gestoppt. Gleichzeitig wurden die zuständigen Datenschutzbehörden sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) informiert – so, wie es das Gesetz in solchen Fällen vorschreibt.
Das Klinikum fordert vom Dienstleister eine vollständige Aufklärung des Vorfalls und prüft derzeit rechtliche Schritte gegen ihn. Es bleibt abzuwarten, ob und welche Konsequenzen der Dienstleister zu tragen haben wird.
Was passiert jetzt mit den Betroffenen?
Das Universitätsklinikum Freiburg hat angekündigt, alle betroffenen Patientinnen und Patienten persönlich zu kontaktieren. Wer also Post vom Uniklinikum erhält, sollte diese ernst nehmen und aufmerksam lesen.
Für Rückfragen hat das Klinikum eine spezielle E-Mail-Adresse eingerichtet:
G2.sammel.zentraleabrechnung@uniklinik-freiburg.de
Wer unsicher ist, ob er oder sie betroffen ist, kann sich über diese Adresse direkt an das Klinikum wenden.
Was sollten Betroffene tun?
Wenn du zu den betroffenen Personen gehörst oder befürchtest, betroffen zu sein, empfiehlt sich Folgendes:
- E-Mails und Briefe vom Uniklinikum aufmerksam lesen – die offizielle Benachrichtigung wird aktiv verschickt.
- Kontobewegungen im Blick behalten, besonders wenn Kontodaten betroffen sein könnten. Bei Unregelmäßigkeiten sofort die Bank kontaktieren.
- Vorsicht bei unbekannten Kontaktaufnahmen per Telefon, E-Mail oder SMS – Kriminelle könnten gestohlene Daten für Phishing-Versuche nutzen.
- Bei Fragen direkt das Klinikum kontaktieren – ausschließlich über die oben genannte offizielle E-Mail-Adresse, nicht über andere Kanäle.
Auch andere Unikliniken betroffen
Auch andere Unikliniken in Deutschland sind betroffen. Daten wurden gehackt von Patienten der Unikliniken:
- Heidelberg
- Tübingen
- Mannheim
- Saarland/Homburg
- Ulm
- Köln
- Düsseldorf
- Bonn
- Mainz
Der Umfang dort ist jedoch – was bisher bekannt ist – deutlich geringer.
Welcher Dienstleister ist betroffen?
Aus für gewöhnlich gut informierter Quelle wurde der Dienstleister Unimed genannt. Eine offizielle Stellungnahme dazu liegt noch nicht vor.
Einordnung: Wenn der Angriff den Dienstleister trifft
Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, wie verwundbar Daten sein können – auch dann, wenn das eigentliche Unternehmen oder die Einrichtung gut gesichert ist. Sobald Daten an externe Dienstleister weitergegeben werden, liegt die Sicherheit nicht mehr allein in den eigenen Händen.
Für Krankenhäuser und andere Einrichtungen im Gesundheitswesen ist das eine besondere Herausforderung: Sie sind auf externe Partner – etwa für Abrechnung, IT oder Logistik – angewiesen. Gleichzeitig verarbeiten sie hochsensible Gesundheitsdaten, die für Angreifer besonders wertvoll sind.
Das Universitätsklinikum Freiburg hat in diesem Fall schnell und transparent reagiert. Die Frage, warum derart sensible Patientendaten überhaupt in dieser Form an einen externen Dienstleister übermittelt wurden und welche Sicherheitsstandards dieser erfüllt hat, wird hoffentlich im Rahmen der angekündigten Aufklärung beantwortet.
