Mieter sparen bis zu 200 Euro pro Jahr
Bisher nur in Jena – Freiburger Stadtbau: Bitte nachmachen!
Die Energiewende erreicht die Mietshäuser: In Jena hat die kommunale Wohnungbaugesellschaft Jenawohnen zwei große Wohnblöcke am Salvador-Allende-Platz mit Balkonsolaranlagen ausgestattet. Insgesamt profitieren rund 150 Wohnungen von der neuen Technik – jede mit zwei Photovoltaik-Modulen direkt an der Balkonbrüstung.
Dezentrale Energie im Mietshaus
Die Idee ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Der Strom wird dort erzeugt, wo er auch verbraucht wird – in der eigenen Wohnung. Ein Balkonkraftwerk dieser Größe liefert jährlich etwa 500 bis 600 Kilowattstunden Strom. Das reicht, um rund 300 Stunden zu bügeln, über 500 Waschladungen zu bewältigen oder ein Smartphone zehntausendfach zu laden.
Je nach Verbrauch sparen die Mieter dadurch bis zu 200 Euro Stromkosten pro Jahr. Der erzeugte Solarstrom fließt nicht ins öffentliche Netz, sondern wird direkt in die Wohnungsunterverteilung eingespeist und ersetzt einen Teil des Strombezugs vom Energieversorger.
Technische Umsetzung
Die beiden elfgeschossigen Plattenbauten am Salvador-Allende-Platz 9/11 und 13/15 sind nach Südwesten ausgerichtet – ideale Bedingungen für die Module. Insgesamt wurden 300 PV-Module mit einer Gesamtleistung von bis zu 120 Kilowatt installiert. Die Modulfläche erstreckt sich über mehr als 550 Quadratmeter.
Die Montage erfolgte im Zuge einer umfassenden Gebäudemodernisierung. So konnten statische und elektrische Anforderungen direkt berücksichtigt werden. Verschattungen durch Nachbargebäude oder Bäume gibt es kaum.
Perspektive für weitere Projekte
Jenawohnen prüft bereits, ob ähnliche Lösungen auch an anderen Standorten umgesetzt werden können. Das Projekt gilt als eines der größten seiner Art in Thüringen und zeigt, wie kommunale Wohnungsunternehmen zur Energiewende beitragen können – mit greifbarem Nutzen für die Mieter und einem sichtbaren Zeichen für nachhaltiges Wohnen. In Freiburg hat die Freiburger Stadtbau bereits zahlreiche Dachflächen mit Solaranlagen versehen, auch das Freiburger Rathaus im Stühlinger hat zahlreiche Solarflächen. Balkonsolar an allen Balkonen eines Hochhauses fehlt bislang. Was nur zum Teil auf Verschattung/ungünstige Himmelsrichtung zurückzuführen ist.
Was zur Ehrlichkeit auch dazugehört:
Natürlich muss man berücksichtigen, dass es in Jena aus DDR-Zeiten ungleich mehr „Hochhäuser“ gibt als in Freiburg, die in oft als wenig schön empfundenen Plattenbausiedlungen konzentriert wurden. Da ist die Auswahl an geeigneten Objekten deutlich größer als in Freiburg oder anderen Städten.
Symbolbild: KI
