Über eine Million Gäste, steigende Auslastung und ein internationales Segment auf Wachstumskurs – Freiburg trotzt dem bundesweiten Konjunkturdämpfer
Der Freiburger Tourismus hat das Jahr 2025 solide abgeschlossen. Trotz einer insgesamt schwächelnden deutschen Konjunktur und einer gedämpften Reisenachfrage im Inland zeigen die aktuellen Zahlen: Freiburg bleibt als Reiseziel stark aufgestellt – und wächst in einigen Bereichen sogar weiter.
Mehr als eine Million Gäste in Freiburg
Die Beherbergungsbetriebe ab zehn Betten verzeichneten im Jahr 2025 insgesamt 1,01 Millionen Ankünfte und 2,13 Millionen Übernachtungen. Gegenüber dem Vorjahr 2024 bedeutet das einen leichten Rückgang von 1,3 Prozent bei den Ankünften und 1,9 Prozent bei den Übernachtungen.
Diese Zahlen klingen zunächst nach einem Rückschritt – sind es aber nicht. Laut der städtischen Auswertung (Drucksache G-26/044) handelt es sich ausdrücklich um eine „Normalisierung auf hohem Niveau“ nach Jahren dynamischen Wachstums. Die strukturelle Attraktivität Freiburgs als Reiseziel bleibt damit unverändert hoch.
Internationaler Tourismus: Klar im Plus
Besonders stark entwickelte sich das internationale Segment. Die Zahl ausländischer Gäste stieg auf 310.000 Ankünfte (+2,7 %), die ausländischen Übernachtungen kletterten auf 632.000 (+3,1 %). Wichtige Quellmärkte waren dabei die Schweiz, Frankreich, Spanien sowie die Benelux-Länder.
Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung: Während der Inlandstourismus leicht nachgab, kompensiert Freiburg diese Rückgänge durch wachsende Nachfrage aus dem Ausland. Die Stadt stärkt damit ihre Position im internationalen Wettbewerb spürbar.
Hotellerie mit gesteigerter Auslastung
Auch die Kennzahlen der Hotellerie im engeren Sinne können sich sehen lassen. In Hotels, Hotel Garnis, Gasthöfen und Pensionen wurden 813.000 Ankünfte und 1,51 Millionen Übernachtungen gezählt.
Die durchschnittliche Bettenauslastung in der Freiburger Hotellerie lag 2025 bei 55,2 Prozent – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr (54,0 %) und eine deutliche Annäherung an das Vorkrisenniveau von 57,6 Prozent. Besonders beeindruckend: Der Baden-Württemberg-Landeswert liegt bei lediglich 41,3 Prozent. Freiburg liegt damit erheblich über dem Landesdurchschnitt. Auch im Gesamtreiseverkehr inklusive Campingplätzen und Jugendherberge wurde mit 50,0 Prozent eine überdurchschnittliche Auslastung erreicht.
Die Freiburger mögen ihren Tourismus
Neben den wirtschaftlichen Zahlen gibt es noch eine andere bemerkenswerte Botschaft aus dem Bericht: Die Bevölkerung steht hinter dem Tourismus. Der sogenannte Tourismusakzeptanzsaldo (TAS-W) liegt für Freiburg bei +58 – ein sehr hoher Wert. Im bundesweiten Vergleich von 77 Destinationen belegt Freiburg damit Platz 9, im Städtevergleich sogar Rang 6 von 14.
69 Prozent der Befragten gaben an, die Anzahl der Touristinnen und Touristen in Freiburg als „genau richtig“ zu empfinden. Gerade jüngere Freiburgerinnen und Freiburger zwischen 16 und 34 Jahren bewerten den Tourismus überdurchschnittlich positiv – als Beitrag zu Lebensqualität, Freizeitangebot und Stadtbild.
Was die Freiburger sich wünschen
Die Studie macht aber auch deutlich, wo die Bevölkerung Handlungsbedarf sieht. 53 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Maßnahmen im Bereich Umweltschutz, 50 Prozent eine stärkere Sicherung von Wohnraum für Einheimische und 34 Prozent eine intensivere Beteiligung an touristischen Planungsprozessen. Diese Rückmeldungen fließen laut Stadtverwaltung in die Umsetzung des Tourismuskonzepts Freiburg 2024 ein.
Fazit: Stabil, international, akzeptiert
Das Gesamtbild des Freiburger Tourismus 2025 ist klar positiv. Die Besucherzahlen bewegen sich auf sehr hohem Niveau, die Hotelauslastung steigt, das internationale Geschäft wächst und die Bevölkerung trägt den Tourismus mit. Dass die Zahlen minimal unter dem Rekordjahr 2024 liegen, ist angesichts der bundesweit schwierigen Konjunkturlage keine Schwäche – sondern ein Zeichen von Robustheit.
Freiburg bleibt, was es ist: eine der attraktivsten Städte Deutschlands für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt. Trotz oder wegen aller Unkenrufe wegen Parkgebühren, Tempo 30 oder Radfahrern.
Quelle: Drucksache G-26/044 der Stadt Freiburg im Breisgau – Touristische Entwicklung 2025
Grafik: KI
