Wer zahlt die 1.000-Euro-Entlastungsprämie? Erste Unternehmen machen es vor
Seit dem Koalitionsausschuss vom 13. April 2026 steht fest: Die schwarz-rote Bundesregierung will Arbeitgebern ermöglichen, ihren Beschäftigten noch in diesem Jahr eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro auszuzahlen. Hintergrund sind die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Konflikts und der Sperrung der Straße von Hormus.
Doch die Prämie ist freiwillig – kein Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch darauf. Und genau das ist der Knackpunkt: Ob und in welcher Höhe das Geld fließt, entscheidet jeder Arbeitgeber selbst. Während viele Unternehmen noch abwarten oder gar nicht zahlen können, haben sich bereits erste Firmen öffentlich dazu bekannt. Anzumerken ist, dass die Firmen die Prämie nicht vom Staat geschenkt bekommen, sondern aus eigenen Mitteln finanzieren müssen.
Rossmann: 500 Euro für Vollzeitkräfte
Als eines der ersten großen Unternehmen hat sich die Drogeriemarktkette Rossmann positioniert. Über LinkedIn kündigte das Unternehmen an, die neue Entlastungsprämie nutzen zu wollen, um seine Beschäftigten direkt zu unterstützen und am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Geplant sind 500 Euro für Vollzeitkräfte sowie 250 Euro für Verkaufshilfen – also jeweils die Hälfte bzw. ein Viertel des möglichen Maximalbetrags.
Agenturinhaber Johannmaier zahlt auch
Der Inhaber der 12-Mann-Agentur „The Trailblazers“, Jannis Johannmaier hat angekündigt, jedem Mitarbeiter 1000 Euro extra zu vergüten.
Maschmeyer Group: Die vollen 1.000 Euro
Noch deutlicher positionierte sich Star-Investor Carsten Maschmeyer. Über das Netzwerk X (ehemals Twitter) kündigte er an, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Maschmeyer Group die 1.000 Euro Entlastungsprämie so schnell wie möglich erhalten sollen. „Gute Arbeit verdient Anerkennung“, schrieb er – und nutzte den Anlass gleichzeitig für deutliche Kritik an der Bundesregierung. Er finde es „einfach nur frech“, wenn das Finanzministerium von „Entlasten“ spreche und die Kosten dann bei den Arbeitgebern ablege. Viele Unternehmer seien gar nicht in der Lage, die Summen selbst zu stemmen. Und Selbstständige, so Maschmeyer, gingen erneut komplett leer aus. Ebenso die Rentner.
Wie es weitergehen könnte
Die Liste der Unternehmen, die sich bislang öffentlich zur Prämie bekannt haben, ist noch kurz. Experten gehen davon aus, dass vor allem wirtschaftlich gut aufgestellte Großunternehmen den Bonus zahlen werden – während kleinere Betriebe und solche in krisengeplagten Branchen schlicht die Mittel fehlen. Auch im öffentlichen Dienst ist die Lage unklar: Unions-Fraktionschef Jens Spahn schloss eine Zahlung für Bundesbeschäftigte mit Verweis auf leere Kassen bereits aus.
Das Gesetz zur Entlastungsprämie ist noch nicht verabschiedet. Unternehmen und Arbeitnehmer müssen also weiter auf die genaue rechtliche Ausgestaltung warten, bevor Zahlungen sicher abgerechnet werden können.
Kennt ihr weitere Unternehmen, die die Entlastungsprämie angekündigt haben? Schreibt es uns in die Kommentare.
