Terroranschlag verhindert?
Ein dramatischer Einsatz der Bundespolizei hat am Donnerstagabend für Aufsehen gesorgt: Im ICE 19 auf der Strecke in Richtung Siegburg/Frankfurt kam es zu einer bedrohlichen Situation, die zahlreiche Fahrgäste in Angst und Schrecken versetzte.
Was passierte im Zug?
Kurz vor 21:30 Uhr gingen bei der Bundespolizei alarmierende Meldungen von Fahrgästen ein. Im Wagen 23 soll ein vermummter Mann etwas zum Explodieren gebracht haben – anschließend entstand dichter Rauch im Zug. Bestätigt ist, dass er etwas Explodierendes in den Gang geworfen habe, zvermutlich sogenannte Softair-Granaten, die weiße Kunststoffkugeln enthielten. Die Bundespolizei Sankt Augustin bestätigte den Vorfall.
Einsatz am Bahnhof Siegburg
Als der ICE am Bahnhof Siegburg einfuhr, warteten bereits Einsatzkräfte der Bundespolizei. Die Beamten bestiegen sofort den Zug und suchten nach dem Tatverdächtigen. Schnell stellte sich heraus: Der vermummte Mann war zusätzlich mit einem großen Messer bewaffnet, was er wohl in einem Rucksack mit sich führte und hatte sich in einer Zugtoilette eingeschlossen. Von dort aus drohte er laut Polizeiangaben mit einem Anschlag. Nach neueren Darstellungen wurde er von einem mutigen Fahrgast in die Toilette gedrängt
Mann überwältigt und festgenommen
Nach Verhandlungen gelang es den Einsatzkräften schließlich, die Toilettentür zu öffnen, den Mann zu überwältigen und festzunehmen. In Handschellen wurde er aus dem ICE geführt und abgeführt.
Reisende in Schockstarre
Für die betroffenen Fahrgäste im Waggon 23 war es ein traumatisches Erlebnis. Rauch, Detonation, ein bewaffneter und maskierter Mann – Szenen, die niemand in einem deutschen Fernzug erwartet. Der Einsatz zeigte einmal mehr, wie schnell die Bundespolizei in solchen Situationen handlungsfähig sein muss.
Mehr als 100 Personen wurden aus dem Zug evakuiert, 12 Leichtverletzte behandelt und der Zug mit Sprengstoffspürhunden abgesucht – wohl ergebnislos. Der Mann habe damit gedroht, Menschen abzustechen. Die Leichtverletzten erlitten ein Knalltrauma und/oder oberflächliche Hautverletzungen.
Die Ermittlungen zur genauen Identität des Mannes und seinen Motiven dauern an. Bestätigt wurde zwischenzeitlich, dass es sich um einen 20-jährigen Deutschen aus dem Raum Aachen handelt. Bei seiner Durchsuchung wurden Rauch-„Bomben“ und zwei Messer gefunden.
Update vom 3.4.2026, 17 Uhr:
Bei dem Täter handelt es sich um einen polizeibekannten Rechtsextremisten, bei dem auch ein Exemplar des Buches von Adolf Hitler „Mein Kampf“ gefunden wurde. Er hatte noch während der Zugfahrt diverse Medien über sein Vorhaben informiert und angekündigt, ein Massaker zu verüben. Bei der Durchsuchung wurde auch ein wirres Manifest gefunden.
