Swiss streicht 326 Flüge im Sommer 2026 – Pilotenmangel trifft Langstrecken
Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss muss auch im Sommer 2026 ihren Flugplan kürzen. Insgesamt 326 Flüge fallen aus – das entspricht rund 0,4 Prozent des gesamten Sommerflugplans. Betroffen sind vor allem Langstreckenverbindungen.
Piloten fehlen – auf mehreren Typen gleichzeitig
Es fehlt an Kapitänen und Copiloten auf verschiedenen Flugzeugtypen – vom A320 bis zum A340. Zusätzlich laufen Ausbildungen auf dem neuen Langstreckenmodell A350, was der Fluggesellschaft ebenfalls Piloten für den Normalbetrieb entzieht. Erschwerend kommt hinzu, dass gemäß Gesamtarbeitsvertrag der Aufstieg neuer Crewmitglieder nur schrittweise erfolgt: Vom Copiloten auf der Kurzstrecke bis zum Kapitän auf der Langstrecke vergehen mehrere Jahre. Eine schnelle Lösung ist damit strukturell ausgeschlossen.
Elf Maschinen stehen wegen Triebwerksproblemen am Boden
Neben dem Personalmangel verschärft ein technisches Problem die Lage: Elf Maschinen stehen wegen Triebwerksproblemen am Boden. Damit deren Crews auf anderen Flugzeugen eingesetzt werden können, sind zusätzliche Umschulungen notwendig.
Chicago und Shanghai besonders betroffen
Konkret gibt es pro Woche nur noch 12 statt 14 Flüge nach Chicago, nach Shanghai sogar nur noch drei statt sieben Flüge wöchentlich. Die frei werdenden Kapazitäten nutzt Swiss, um ihre neuen Airbus A350 auf anderen Strecken – etwa nach Seoul – einzusetzen. Die Flüge nach Montreal übernimmt ab Ende März die Schwestergesellschaft Edelweiss.
Immerhin: Deutliche Verbesserung gegenüber 2025
Vergangenes Jahr waren zwischen April und Oktober noch 1.400 Flugstreichungen nötig geworden, was 1,5 Prozent des Angebots entsprach. Swiss-COO Oliver Buchhofer betont gegenüber dem Branchenportal aeroTELEGRAPH: „Die Streichungen sind das letzte Mittel“ – denn ohne Flüge fehlen der Airline die Einnahmen. Immerhin wurden die Streichungen diesmal frühzeitig kommuniziert: „Wir haben sie bereits im Februar mitgeteilt und nicht erst im Mai wie vergangenes Jahr.“
Zu viele Flugbegleiter, zu wenige Piloten
Das Personalproblem trifft Swiss auf paradoxe Weise: Während im Cockpit Personal fehlt, herrscht in der Kabine Überschuss – Swiss beschäftigt zeitweise bis zu 300 Flugbegleiterinnen und -begleiter zu viel. Vollzeitangestellten Cabin-Crew-Mitarbeitenden winkt deshalb ein Bonus von 15.000 Franken, wenn sie freiwillig kündigen.
Laut einer internen Mitteilung der Airline wird das Personalproblem erst bis 2027 behoben sein. Bis dahin müssen Passagiere auf bestimmten Langstrecken weiter mit Einschränkungen rechnen.
