Ursachen, Behandlung und Vorbeugung von Altersflecken
Altersflecken gehören zu den häufigsten Hautveränderungen, mit denen sich Menschen ab dem 50. Lebensjahr konfrontiert sehen. Diese bräunlichen, flachen Verfärbungen tauchen bevorzugt an Stellen auf, die jahrelang der Sonne ausgesetzt waren – auf dem Handrücken, im Gesicht, auf den Schultern und auf dem Dekolleté. Obwohl sie medizinisch in der Regel harmlos sind, stellen sie für viele Betroffene eine ästhetische Belastung dar. Dieser Artikel erklärt umfassend, was Altersflecken eigentlich sind, wie sie entstehen, welche Behandlungsmethoden tatsächlich wirken und was man vorbeugend tun kann.
Was sind Altersflecken überhaupt?
Altersflecken werden in der Medizin als Lentigo senilis bezeichnet – auf Latein etwa „Linsenfleck des Alters“. Sie sind auch unter den Begriffen Leberflecken, Sonnenflecken oder Lichtflecken bekannt, wobei diese Bezeichnungen oft zu Verwechslungen führen. Mit echten Leberflecken (Naevi) haben Altersflecken nichts zu tun, und auch die Leber ist nicht beteiligt – der volkstümliche Begriff ist schlicht irreführend.
Altersflecken sind flache, unregelmäßig geformte Verfärbungen der Haut, die von hellbeige bis dunkelbraun reichen können. Sie haben klar definierte, aber teils unregelmäßige Ränder, heben sich nicht tastbar von der umgebenden Haut ab und wachsen in der Regel nicht. Ihre Größe variiert von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Sie treten bevorzugt in der zweiten Lebenshälfte auf, können aber prinzipiell auch schon früher erscheinen, wenn jemand intensive UV-Exposition hatte.
Der entscheidende Unterschied zu anderen Hautveränderungen ist ihre Gutartigkeit: Altersflecken sind keine Vorstufe von Hautkrebs. Dennoch sollte man sie nicht mit pigmentierten Hautveränderungen verwechseln, die tatsächlich medizinisch behandelt werden müssen.
Wie entstehen Altersflecken? Die biologischen Ursachen
Um Altersflecken zu verstehen, muss man wissen, wie Hautpigmentierung funktioniert. Für die Färbung unserer Haut ist das Pigment Melanin verantwortlich, das von spezialisierten Zellen, den sogenannten Melanozyten, gebildet wird. Diese Zellen reagieren auf UV-Strahlung mit erhöhter Melaninproduktion – das ist der Mechanismus hinter dem Sonnenbräunen.
Mit zunehmendem Alter passieren in der Haut mehrere Dinge gleichzeitig:
Die kumulative UV-Belastung erreicht einen kritischen Wert. Jeder Sonnenbrand, jeder Sommertag ohne Schutz, jeder Urlaub im Süden hat Spuren hinterlassen. Die Melanozyten haben über Jahrzehnte UV-Strahlung absorbiert und ihre genetische Information ist durch oxidativen Stress und direkte DNA-Schäden verändert worden. Irgendwann beginnen einzelne Melanozyten unkontrolliert zu produzieren – sie schütten auch ohne aktuelle UV-Exposition dauerhaft Melanin aus. Das Ergebnis ist eine dauerhafte, lokale Überproduktion von Pigment.
Die Hautregeneration verlangsamt sich. Junge Haut erneuert sich alle 28 Tage vollständig, die oberste Schicht (Epidermis) schält sich kontinuierlich ab und ersetzt sich durch frische Zellen. Im Alter verlangsamt sich dieser Zyklus erheblich – bei 50-Jährigen dauert er schon 45 bis 50 Tage, bei älteren Menschen noch länger. Das bedeutet: Pigmentierte Zellen bleiben länger an Ort und Stelle, das Melanin häuft sich an, anstatt mit abgeschilferten Hautzellen zu verschwinden.
Antioxidative Schutzmechanismen nehmen ab. Die Haut verfügt über eigene Mechanismen, um oxidativen Stress abzufangen. Enzyme wie Superoxiddismutase oder Katalase werden im Alter jedoch in geringeren Mengen gebildet. Die Melanozyten sind damit schutzloser gegenüber weiteren UV-Schäden.
Genetische Faktoren spielen eine Rolle. Nicht jeder Mensch entwickelt im gleichen Alter gleich viele Altersflecken. Die Hautfarbe (Menschen mit hellem Hauttyp sind deutlich stärker betroffen), die familiäre Veranlagung und der individuelle Umgang mit Sonnenschutz über das Leben hinweg sind entscheidende Variablen.
Fazit: Altersflecken sind im Kern eine Quittung für die jahrzehntelange UV-Belastung der Haut, kombiniert mit dem natürlichen Alterungsprozess der Hautzellen. Die Sonne trägt die Hauptverantwortung – deshalb sind die Hände und das Gesicht am häufigsten betroffen.
Altersflecken oder Hautkrebs? So unterscheiden Sie die Flecken
Bevor man sich mit der Behandlung von Altersflecken beschäftigt, ist eine wichtige Vorfrage zu klären: Ist der Fleck tatsächlich harmlos? Denn leider sehen manche gefährlichen Hautveränderungen Altersflecken zum Verwechseln ähnlich.
Dermatologisch gilt die sogenannte ABCDE-Regel als Orientierungshilfe:
- A – Asymmetrie: Gutartige Altersflecken sind in der Regel symmetrisch. Ist ein Fleck stark asymmetrisch, sollte man aufmerksam sein.
- B – Begrenzung: Altersflecken haben glatte oder leicht unregelmäßige, aber klar definierte Ränder. Ausgefranste, unscharfe oder zackige Ränder sind ein Warnsignal.
- C – Color (Farbe): Ein gleichmäßiges Braun oder Beige spricht für einen Altersfleck. Mehrere Farbtöne innerhalb eines Flecks (schwarz, rot, weiß) sind verdächtig.
- D – Durchmesser: Flecken über 6 mm Durchmesser sollten ärztlich untersucht werden, auch wenn das allein kein Beweis für Bösartigkeit ist.
- E – Entwicklung: Verändert sich der Fleck in Größe, Form oder Farbe? Das ist immer ein Grund für einen Arztbesuch.
Besondere Vorsicht gilt bei der sogenannten aktinischen Keratose, einer Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms, die ebenfalls durch jahrelange UV-Schäden entsteht. Sie zeigt sich als rau-schuppige, manchmal rötliche oder bräunliche Stelle auf der Haut, die sich leicht schuppig anfühlt. Anders als bei glatten Altersflecken fühlt sich aktinische Keratose wie feines Schmirgelpapier an.
Grundsatz: Bei jeder neuen oder sich verändernden Hautveränderung, die man nicht sicher als harmlos einordnen kann, gehört ein Besuch beim Hautarzt dazu. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt für Versicherte über 35 Jahren alle zwei Jahre eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung.

Behandlungsmethoden: Was wirkt gegen Altersflecken?
Die gute Nachricht: Altersflecken lassen sich mit verschiedenen Methoden deutlich aufhellen oder vollständig entfernen. Die schlechte Nachricht: Hausmittel allein reichen in den meisten Fällen nicht aus, um bereits bestehende Flecken dauerhaft zu beseitigen. Im Folgenden werden die wichtigsten Methoden vom wirksamsten bis zum unterstützenden Ansatz vorgestellt.
1. Laserbehandlung – die effektivste Methode
Die Laserbehandlung gilt heute als die wirksamste und sicherste Methode zur Entfernung von Altersflecken. Dabei kommen unterschiedliche Lasertypen zum Einsatz, die alle auf dem gleichen Grundprinzip beruhen: Das Laserlicht wird selektiv vom Melanin in der Haut absorbiert und zerstört die pigmentierten Zellen, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.
Q-switched Nd:YAG-Laser gilt als besonders geeignet für tiefere Pigmentierungen und dunklere Haut. IPL (Intensive Pulsed Light) ist streng genommen kein Laser, sondern ein Breitband-Lichtgerät, das ähnlich wirkt und für großflächigere Behandlungen geeignet ist. Fraktionierte Laser wie der Fraxel-Laser kombinieren die Pigmentbehandlung mit einer allgemeinen Hautverbesserung.
Nach der Behandlung bildet sich eine leichte Kruste auf den behandelten Stellen, die nach etwa einer Woche abfällt. Die Haut braucht in den folgenden Wochen intensiven Sonnenschutz, da sie vorübergehend empfindlicher ist. In den meisten Fällen sind ein bis drei Behandlungen nötig. Die Kosten liegen je nach Anbieter und behandelter Fläche zwischen 80 und 300 Euro pro Sitzung und werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen, da es sich um eine kosmetische Maßnahme handelt.
2. Kryotherapie – Vereisung der Altersflecken
Die Kryotherapie ist eine in der Dermatologie seit Jahrzehnten erprobte Methode. Mit flüssigem Stickstoff (Temperatur: minus 196 Grad Celsius) werden die Altersflecken für wenige Sekunden vereist. Das Gewebe gefriert, die pigmentierten Zellen werden zerstört, und in den darauffolgenden Wochen schält sich die behandelte Stelle ab. Darunter zeigt sich häufig eine gleichmäßig gefärbte, frische Haut.
Der Vorteil: Die Methode ist schnell, ambulant beim Dermatologen durchführbar und kostengünstig. Der Nachteil: Sie kann bei zu langer Anwendung zu Narben oder dauerhaften hellen Flecken führen (Hypopigmentierung). Auf dunklerem Teint besteht ein höheres Risiko für ungleichmäßige Ergebnisse. Eine gewisse Rötung, Blasenbildung und vorübergehende Schmerzhaftigkeit gehören zur normalen Reaktion.
Die Kryotherapie wird vom Hautarzt als ambulanter Eingriff durchgeführt und ist bei gut abgrenzbaren, einzelnen Altersflecken besonders geeignet.
3. Chemisches Peeling
Chemische Peelings nutzen Fruchtsäuren oder stärkere Säuren wie Trichloressigsäure (TCA), um die äußeren Hautschichten kontrolliert abzutragen. Mit dem abgetragenen Gewebe verschwinden auch die pigmentierten Zellen. Die Tiefe des Peelings richtet sich nach der Konzentration der eingesetzten Säure.
- Oberflächliche Peelings (z. B. mit 20–30 % Glykolsäure) eignen sich für eine allgemeine Verbesserung des Hautbilds und leichte Pigmentierungen. Sie sind schonend, können aber mehrere Sitzungen erfordern.
- Mitteltiefe Peelings (z. B. TCA 30–50 %) gehen tiefer und sind wirkungsvoller bei ausgeprägteren Altersflecken. Sie erfordern eine Ausfallzeit von einer bis zwei Wochen.
- Tiefe Peelings (Phenol) kommen heute selten noch zum Einsatz und sind sehr invasiv.
Chemische Peelings sollten von erfahrenen Dermatologen oder spezialisierten Kosmetikerinnen durchgeführt werden. Selbst durchgeführte Peelings aus dem Internet sind mit Vorsicht zu genießen – zu hohe Säurekonzentrationen ohne fachliche Aufsicht können zu Verätzungen und dauerhaften Narben führen.
4. Mikrodermabrasion
Die Mikrodermabrasion ist ein nicht-invasives Schleifverfahren, bei dem die Hornhaut der Haut mit Kristallen oder einem Diamantkopf abgetragen wird. Dadurch wird die Zellerneuerung angeregt und oberflächliche Pigmentierungen werden gemindert. Die Methode ist schmerzlos, erfordert keine Ausfallzeit und ist gut verträglich.
Für ausgeprägte Altersflecken allein ist die Mikrodermabrasion allerdings oft nicht ausreichend – sie wird häufig in Kombination mit anderen Methoden eingesetzt, um das Ergebnis zu verstärken. Als Kursbehandlung (mehrere Sitzungen in Abständen von einigen Wochen) kann sie jedoch deutlich sichtbare Verbesserungen bewirken.
5. Aufhellende Wirkstoffe – Cremes und Seren
Für alle, die eine nicht-invasive, kontinuierliche Behandlung bevorzugen, gibt es eine Reihe von Wirkstoffen, die die Melaninproduktion hemmen und bestehende Pigmentierungen aufhellen. Diese Produkte wirken langsam und erfordern Ausdauer, können aber bei regelmäßiger Anwendung über Monate hinweg sichtbare Erfolge erzielen.
Hydrochinon galt lange als der Goldstandard unter den Aufhellern und hemmt das Enzym Tyrosinase, das für die Melaninsynthese notwendig ist. In Deutschland ist Hydrochinon in Konzentrationen über 2 % rezeptpflichtig und sollte nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden, da es bei langfristigem Gebrauch Nebenwirkungen haben kann.
Vitamin C (L-Ascorbinsäure) ist ein potentes Antioxidans, das die Tyrosinase hemmt und gleichzeitig bereits gebildetes Melanin oxidiert und aufhellt. Hochdosierte Vitamin-C-Seren (15–20 %) sind frei erhältlich und bei regelmäßiger Anwendung gut wirksam. Sie sollten morgens aufgetragen werden, da Vitamin C die Wirkung des Sonnenschutzes synergistisch verstärkt.
Niacinamid (Vitamin B3) hemmt die Übertragung von Melanin von den Melanozyten zu den Hautzellen und ist damit auf einem anderen Wirkweg als die meisten anderen Aufheller aktiv. Es ist gut verträglich, auch für empfindliche Haut geeignet und in Konzentrationen von 5–10 % in vielen Seren erhältlich.
Kojisäure wird aus Pilzen (vor allem Aspergillus-Arten) gewonnen und hemmt ebenfalls die Tyrosinase. Sie ist in vielen asiatischen Hautpflegeprodukten enthalten und zeigt in Kombination mit anderen Aufhellern gute Wirkung.
Azelainsäure wird sowohl gegen Akne als auch gegen Pigmentierungen eingesetzt. In Konzentrationen von 10–15 % (rezeptfrei) und 20 % (rezeptpflichtig) ist sie gut untersucht und verträglich.
Retinol und Retinsäure (Tretinoin) beschleunigen die Zellerneuerung und fördern damit die schnellere Abschilferung pigmentierter Zellen. Tretinoin ist in Deutschland rezeptpflichtig, Retinol in niedrigerer Konzentration frei verkäuflich. Die Anwendung sollte schrittweise gesteigert werden, um Irritationen zu vermeiden.
Alpha-Arbutin ist ein natürliches Derivat des Hydrochinons und wirkt ähnlich aufhellend, wird aber als schonender und nebenwirkungsärmer eingestuft.
Wichtig: Alle aufhellenden Wirkstoffe sollten stets zusammen mit einem hochwertigen Breitband-Sonnenschutz angewendet werden. Ohne Sonnenschutz wird der aufhellende Effekt durch weitere UV-Exposition zunichtegemacht.
Hausmittel gegen Altersflecken – was ist dran?
Im Internet kursieren zahlreiche Hausmittel-Rezepte gegen Altersflecken: Zitronensaft, Apfelessig, Aloe Vera, Zwiebelsaft und mehr. Was davon hat eine wissenschaftliche Grundlage?
Zitronensaft enthält Zitronensäure und etwas Vitamin C, beides schwache Aufheller. Allerdings ist die Konzentration für eine spürbare Wirkung auf Altersflecken zu gering, und der niedrige pH-Wert kann bei empfindlicher Haut Irritationen verursachen. Außerdem macht Zitronensaft die Haut lichtempfindlicher (phototoxisch) – wer ihn aufträgt und dann in die Sonne geht, riskiert schlimmere Pigmentierungen als zuvor. Zitronensaft ist damit als Hausmittel gegen Altersflecken bestenfalls wirkungslos und im ungünstigsten Fall kontraproduktiv.
Apfelessig enthält Essigsäure, die leicht keratolytisch (hauterneuernd) wirkt. Eine nennenswerte Wirkung auf Altersflecken ist durch seriöse Studien nicht belegt.
Aloe Vera hat entzündungshemmende und feuchtigkeitsspendende Eigenschaften und enthält Aloesin, einen schwachen Tyrosinase-Hemmer. Als unterstützende Pflege sinnvoll, als alleinige Therapie gegen ausgeprägte Altersflecken jedoch unzureichend.
Fazit zu Hausmitteln: Sie können als ergänzende Pflege die Hautgesundheit allgemein verbessern, sind aber kein Ersatz für erprobte Wirkstoffe oder medizinische Behandlungsmethoden bei ausgeprägten Altersflecken. Wer deutliche Ergebnisse erzielen möchte, kommt an dermatologisch getesteten Produkten oder professionellen Behandlungen nicht vorbei.
Vorbeugung: So verlangsamt man die Entstehung neuer Altersflecken
Die wichtigste Erkenntnis aus der Dermatologie lautet: Altersflecken lassen sich in erheblichem Maß verhindern oder zumindest stark verzögern – nämlich durch konsequenten Sonnenschutz über das gesamte Leben hinweg.
Sonnenschutz – die wichtigste Einzelmaßnahme
Wer täglich ein Sonnenschutzmittel mit LSF 30 bis 50 auf Gesicht und Händen aufträgt, verlangsamt die Entstehung neuer Altersflecken erheblich. Sonnencreme sollte nicht nur im Urlaub oder am Strand aufgetragen werden, sondern das ganze Jahr über – auch im Winter, da UV-A-Strahlen Wolken und Fensterglas durchdringen. UV-A-Strahlung ist die Hauptverursacherin der Langzeitschäden, die zu Altersflecken führen.
Empfehlenswert sind Produkte mit Breitband-Schutz (Broad Spectrum), die sowohl UV-A als auch UV-B-Strahlung abschirmen. Physikalische Filter (Zinkoxid, Titandioxid) gelten als besonders hautverträglich und schützen auch gut im Bereich der langen UV-A-Wellen. Chemische Filter sind ebenfalls wirksam, wenn das Produkt als Breitband-Schutz deklariert ist.
Schutzkleidung und Verhaltensmaßnahmen
Handschuhe beim Autofahren oder Gartenarbeit, ein breitkrempiger Hut im Sommer und UV-dichte Kleidung sind zusätzliche Maßnahmen, die die Hände und das Gesicht vor weiterer Pigmentierung schützen. Die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meidet man idealerweise ganz oder hält sich im Schatten auf.
Antioxidative Ernährung und Supplementierung
Oxidativer Stress beschleunigt die Melaninüberproduktion. Eine Ernährung reich an Antioxidantien – also viel Obst, Gemüse, Nüsse und Olivenöl – kann die Hautzellen schützen. Vitamin C, Vitamin E, Betacarotin und Polyphenole (z. B. aus Grünem Tee oder Beeren) sind bekannte Antioxidantien, die auch der Haut zugutekommen. Wer regelmäßig Grüntee trinkt oder täglich eine Handvoll Beeren isst, tut seiner Haut langfristig etwas Gutes – auch wenn dieser Effekt nicht isoliert messbar ist.
Topische Prävention
Wer bereits erste Altersflecken bemerkt oder zu Pigmentierungen neigt, kann prophylaktisch aufhellende Wirkstoffe wie Niacinamid oder Vitamin C als Teil seiner täglichen Hautpflege einsetzen. Diese unterstützen die Haut dabei, überschüssiges Melanin besser zu regulieren.
Was kostet die Behandlung und wer übernimmt die Kosten?
Da Altersflecken als rein kosmetisches Problem eingestuft werden, übernehmen gesetzliche Krankenversicherungen in Deutschland die Kosten für kosmetische Behandlungen wie Laser oder Kryotherapie in der Regel nicht. Eine Ausnahme kann dann gelten, wenn ein Hautarzt eine medizinische Indikation feststellt – beispielsweise wenn der Verdacht auf eine präkanzeröse Läsion besteht. Dann kann die Behandlung zu Lasten der GKV abgerechnet werden.
Die ungefähren Kosten für Selbstzahler im Überblick:
- Laserbehandlung (pro Sitzung): 80 – 300 Euro, je nach Größe der behandelten Fläche
- Kryotherapie (pro Sitzung): 30 – 100 Euro
- Chemisches Peeling (mittel): 100 – 250 Euro
- Mikrodermabrasion: 50 – 150 Euro pro Sitzung
- Aufhellende Spezialseren: 20 – 80 Euro pro Produkt
Private Krankenversicherungen leisten je nach Tarif und ärztlicher Begründung mitunter Zuschüsse. Es lohnt sich, vorab bei der Versicherung anzufragen.
Wann sollte man zum Hautarzt gehen?
Grundsätzlich gilt: Jede neue Hautveränderung, die man selbst nicht sicher einordnen kann, gehört einem Dermatologen gezeigt. Bei Altersflecken im engeren Sinne ist das keine medizinische Notwendigkeit – aber es ist der sicherste Weg. Konkret sollte man bei folgenden Zeichen nicht zögern:
- Der Fleck verändert sich in Größe, Form oder Farbe
- Der Fleck juckt, brennt oder blutet
- Der Fleck hat mehrere Farbtöne (schwarz, rot, weiß)
- Der Fleck erscheint neu und wächst schnell
- Sie sind unsicher, ob es sich wirklich um einen Altersfleck handelt
Die Hautkrebsfrüherkennung beim Dermatologen ist der sicherste Weg, um gutartige Altersflecken von potenziell behandlungsbedürftigen Hautveränderungen zu unterscheiden. Diese Vorsorgeuntersuchung ist für GKV-Versicherte ab 35 Jahren kostenlos und sollte alle zwei Jahre genutzt werden.
Psychologische Dimension: Warum Altersflecken für viele Menschen mehr als eine Kleinigkeit sind
Auch wenn Altersflecken medizinisch betrachtet harmlos sind, unterschätzt man ihre Wirkung auf das Wohlbefinden der Betroffenen nicht selten. Gerade im Gesicht oder auf den Händen – Körperstellen, die täglich und für andere sichtbar sind – können sie das Selbstbild nachhaltig beeinflussen. Manche Menschen empfinden Altersflecken als sichtbaren Beleg für das Älterwerden, was in unserer auf Jugendlichkeit fixierten Gesellschaft zu echtem psychischem Leidensdruck führen kann.
Hier ist ein differenzierter Umgang wichtig: Einerseits ist es vollkommen legitim, Altersflecken behandeln zu lassen, wenn man sich dadurch wohler fühlt. Andererseits lohnt es sich, Altersflecken auch als das zu sehen, was sie sind: sichtbare Erinnerungen an ein gelebtes Leben, an Sommer und Sonne. Diese Perspektive ist kein Widerspruch zur Behandlung, sondern eine Ergänzung.
Wer sich für eine Behandlung entscheidet, tut das am besten aus dem Wunsch heraus, sich besser zu fühlen – nicht aus gesellschaftlichem Druck. Und wer sich entscheidet, die Flecken zu akzeptieren, findet darin ebenfalls eine gesunde Haltung.
Fazit: Was wirklich gegen Altersflecken hilft
Altersflecken sind eine natürliche Konsequenz der jahrzehntelangen UV-Einwirkung auf die Haut – und damit in gewissem Maße unvermeidlich. Was man tun kann, lässt sich in drei Ebenen zusammenfassen:
1. Vorbeugung: Täglicher Sonnenschutz (LSF 30–50, Breitband) ist die wirksamste Einzelmaßnahme, um neue Altersflecken zu verhindern. Er wirkt sich nicht nur auf die Pigmentierung aus, sondern verlangsamt auch das allgemeine Hautaltern.
2. Kosmetische Behandlung: Für bestehende Altersflecken sind aufhellende Wirkstoffe wie Vitamin C, Niacinamid, Azelainsäure oder Retinol erste Anlaufstellen. Sie wirken langsam, aber nachhaltig. Wer schnellere Ergebnisse wünscht, kann zu Laserbehandlung, Kryotherapie oder chemischem Peeling greifen – am besten beim erfahrenen Dermatologen.
3. Medizinische Absicherung: Bevor man Altersflecken behandelt, sollte man sicherstellen, dass es sich tatsächlich um harmlose Lentigo senilis handelt. Der Dermatologe kann das in wenigen Minuten klären und gleichzeitig eine Empfehlung für die geeignete Behandlung geben.
Was man nicht tun sollte: Altersflecken ignorieren, wenn sie sich verändern, oder unkritisch jedem Hausmittel und Schnellversprechen aus dem Internet vertrauen. Die bewährtesten Methoden – Sonnenschutz, geprüfte Wirkstoffe, professionelle Behandlung – sind keine Geheimnisse, sondern wissenschaftlich gut untersuchte Wege zu gesünderer und gleichmäßigerer Haut.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Haut wenden Sie sich bitte an einen Dermatologen.
