Früher Spargelgenuss:
Freiburg/Bruchsal, 7. März 2026 – Spargelfreunde dürfen sich in diesem Jahr besonders früh freuen: Bereits Mitte März wird das „weiße Gold“ aus den Böden Südbadens gestochen. Der ungewöhnlich schnelle Temperaturanstieg nach einem langen, kalten Winter hat die Spargelpflanzen regelrecht in Schwung gebracht.
Ideale Bedingungen nach Herbst und Winter
Der Grund für den frühen Start liegt in den Witterungsbedingungen der vergangenen Monate. Der trockene Herbst und die strengen Winterkälte haben den Pflanzen ermöglicht, besonders viel Energie in den Wurzeln zu speichern. Als dann die Temperaturen in den vergangenen Wochen sprungartig anstiegen und die Sonne die Anbaudämme rasch erwärmte, reagierten die Spargelpflanzen prompt.
Spargelanbauberater Dr. Ludger Aldenhoff spricht von einem regelrechten „Turbostart“: Der abrupte Wechsel von winterlichen zu frühlingswarmen Bedingungen habe die Pflanzen dazu gebracht, ihre gespeicherte Energie nun auf einmal freizusetzen. Sobald die Ernte beginne, werde sie „richtig losgehen“ – und rechtzeitig zu Ostern werde ausreichend Spargel für alle Liebhaber bereitstehen.
Qualität verspricht hervorragend zu werden
Auch Simon Schumacher, Geschäftsführer des Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. (VSSE), blickt der Saison optimistisch entgegen. Die Witterungsbedingungen seien nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre ein verlässliches Zeichen für außergewöhnlich gute Qualität. Spargelkenner können sich auf feste, aromatische Stangen freuen.
Die ersten nennenswerten Erntemengen werden laut Verband ab dem 20. März, also dem kalendarischen Frühlingsanfang, erwartet. Die Ostertage dürften dann zum veritablen Spargelfest werden.
Heimischer Spargel ist auch Klimaschutz
Wer jetzt zur Spargelsaison zum regionalen Produkt greift, tut nebenbei auch der Umwelt etwas Gutes. Laut einer Berechnung des Öko-Instituts in Freiburg verursacht per Flugzeug aus Peru importierter Spargel pro Kilogramm einen CO₂-Fußabdruck, der 27-mal größer ist als der von Spargel aus heimischem Anbau. Rund 32 Prozent des peruanischen Spargels werden tatsächlich auf dem Luftweg nach Europa transportiert – ein enormer Klimaaufwand für ein Gemüse, das in Südbaden buchstäblich vor der Haustür wächst.

Der Selbstversorgungsgrad Deutschlands bei Spargel liegt bei beachtlichen 82 Prozent – ein Wert, den kaum ein anderes Gemüse erreicht.
Saison 2025 war leicht schwächer – 2026 soll es besser werden
Ein kleiner Wermutstropfen: Die Ernte 2025 fiel deutschlandweit mit knapp 105.000 Tonnen rund vier Prozent geringer aus als im Jahr zuvor und lag damit auch deutlich unter dem Siebenjahresschnitt von rund 114.500 Tonnen. Die Anbauflächen gingen leicht zurück, und die Zahl der Spargelbetriebe in Deutschland sank auf etwa 1.350. Immerhin: Der langjährige Rückwärtstrend in der Branche scheint sich zu verlangsamen.
Für die Saison 2026 sind die Vorzeichen jedenfalls gut. Wer in den kommenden Wochen über die badischen Märkte schlendert, wird das „weiße Gold“ bald in frischer Pracht vorfinden.
Informationen zum „Tag des Deutschen Spargels“ am 5. Mai 2026 sowie zu regionalen Anbauern gibt es unter www.vsse.de und deutschlandspargel.de.
