Der 31-jährige Rumäne hatte den sexuellen Missbrauch an einem 6-jährigem Mädchen, welches er aus dem Freizeitbad Rulantica in Rust geführt hatte, gestanden. Im Rahmen eines „Deals“ hatten sich die Prozessbeteiligten vor dem Geständnis auf einen Strafrahmen verständigt, aus dem heraus der Angeklagte nun zu 4 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt worden ist. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Was war geschehen?
Im August letzten Jahres hatte der Mann unter einem Vorwand das sechsjährige Mädchen aus dem Erlebnisbad gelockt und in einem Maisfeld missbraucht. Erst mehrere Stunden später wurde das Kind mehrere Kilometer vom Bad entfernt aufgefunden – nur mit Bikini und Schlappen bekleidet.
Der rumänische Täter hatte das Kind nicht nur auf seinen Schoß gesetzt und animiert, sein Geschlechtsteil zu küssen, sondern sie auch gestreichelt, geküsst und das Kind aufgefordert, Kokain einzunehmen. Am Schluss hat er das Kind einfach in ein Gebüsch geworfen und die Flucht ergriffen. Er flüchtete nach der Tat nach Rumänien, wo er bereits eine Woche in seinem Heimatdorf Lugașu de Jos festgenommen wurde.
Spuren an der Kleidung des Kindes wurden dem Mann zum Verhängnis. Im Verfahren kam auch heraus, das es im Mundraum des Kindes Kokain gegeben hat – wenn auch in kleiner Menge.
Das Kind ist seit der Tat wesensverändert, begegne dem Umfeld nur mit Misstrauen, der Vater ist seit der Tat arbeitsunfähig.
Im Rahmen des Prozesses wurden auch einige Fehler im Ablauf offenkundig, so hatten die Polizeibeamten zunächst keine rechtsmedizinische Untersuchung des Kindes angeordnet, – die Eltern hatten selbst nach der Tat eine Klinik aufgesucht, um den Zustand des Kindes dokumentieren zu können. Die Eltern des Kindes hätten sich auch eine noch proaktivere Aktion seitens der Mitarbeiter des Bades gewünscht, die zunächst das Kind nicht ausgerufen hätten und auch die Mitarbeiter am Eingang nicht über die Suche informiert hätten. Die Betreiber des Bades sind nach Angaben eines Prozessbeteiligten aber zu Gesprächen bereit.
Videoaufnahmen des Bades führten zum Verdächtigen
Die Polizei kam dem Verdächtigen auf die Spur, weil sie Videoaufnahmen des Erlebnisbades auswertete, sowohl aus dem Inneren als auch dem Außenbereich, auch solche mit Fahrzeugen. Der Verdächtige, der als Paketfahrer in Deutschland arbeitete, wohnte damals in der Region und war auch als Gast an dem Tag im Erlebnisbad. Ein unbeteiligter Zeuge, der auch auf den Bildern zu sehen war, hatte den entscheidenden Hinweis auf die Identität des Mannes gegeben. Bei einer Wohnungsdurchsuchung des Täters wurden Kleidungsstücke gefunden, die der Täter bei der Tat getragen hatte. Sein Pass war in der Wohnung nicht mehr vorhanden, die Pässe anderer Familienangehöriger allerdings schon. Daraus schlossen die Polizisten, dass er sich ins Ausland, vermutlich Rumänien abgesetzt hatte.
