In Baden-Württemberg ist mit Jahresbeginn ein neuer Klinik-Gigant entstanden: Die beiden großen Universitätskliniken Heidelberg und Mannheim haben sich zusammengetan und haben nun gemeinsam über 23.000 Mitarbeiter und ein Potential von annähernd 2.800 Betten. Der neue Klinikverbund Heidelberg/Mannheim wird von Prof. Hanns-Peter Knaebel, früher u.a. einmal Chef des Medizintechnikherstellers Aesculap (Tuttlingen) geleitet.
Die neue Großklinik ist damit eine der größten Universitätskliniken in Europa. Baden-Württemberg möchte damit zu den Topkliniken in München und Berlin aufschließen.
Synergie-Effekte müssen noch umgesetzt werden
Mit der Verbundlösung geht man es nun auch an, Doppelstrukturen abzubauen, dies betrifft z.B.:
- Technik
- IT
- Verwaltung
Anziehungspunkt für Spitzenkräfte
Seitens der Landesregierung erhofft man sich durch den Zusammenschluss, dass die Anziehungskraft für Spitzenkräfte aus Wissenschaft und Medizin auch international größer wird und Kapazitäten, z.B. aus den USA nach Baden-Württemberg kommen.
Heidelberg übernimmt Mannheim
Formal hat das Universitätsklinikum Heidelberg AöR (Anstalt des öffentlichen Rechts) mit dem Jahreswechsel die Mehrheit der Gesellschaftsanteile an der Universitätsklinikum Mannheim GmbH übernommen und zwar von der Stadt Mannheim.
Maximalversorger mit hohem Zulauf
Die beiden nunmehr verbundenen Kliniken umfassen rund 90 spezialisierte Kliniken, in denen pro Jahr rund 100.000 Patienten stationär versorgt werden – neben knapp 1,5 Millionen ambulant versorgten Patienten.
6-köpfiger Vorstand lenkt die Geschicke
Ein sechsköpfiger Vorstand soll die Geschicke des neuen Klinik-Giganten lenken, geleitet vom noch in der Schweiz wohnhaften Prof. Hanns-Peter Knaebel als Vorsitzender.
Milliardenumsatz in Heidelberg und Mannheim
Der gemeinsame Umsatz in Heidelberg und Mannheim dürfte sich in den Kliniken auf jährlich 1,7 bis 1,8 Milliarden Euro belaufen.
Vergleichszahlen: Uniklinik Freiburg
Die Uniklinik Freiburg zum Vergleich verfügt über:
- ca. 2.200 Betten
- mehr als 15.000 Mitarbeiter
- ca. 90.000 stationäre Patienten p.a. und über 980.000 ambulante Patienten
- 794 Millionen Euro Umsatz aus Krankenhausleistungen
- 484 Millionen Euro Umsatz aus Krankenhausbetrieb (u.a. ambulante Leistungen)
Symbolbild: KI
